Nepal

Juni 2018

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Kathmandu

Nach kurzen 1,5 Stunden Flug von Delhi sind wir in Kathmandu gelandet. Die Landung zwischen den Bergen war auf jeden Fall spektakulär, dachten aber, dass Kathmandu noch mehr in einem Tal liegt. Es war erstaunlich „flach“. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, blies und ein angenehmer, nur 28 Grad, warmer Wind entgegen. Was für eine Erleichterung nach den 45 Grad in Indien.

Bevor man das Gepäck holt, muss man sich das Visum holen. Dies geht in Nepal ganz gut auch bei Ankunft. Wir kamen raus und mussten einen Zettel ausfüllen. Einen Teil hatten wir schon online in Agra gemacht und ausgedruckt. Anscheinend muss man den zweiten Zettel von Hand aber trotzdem nochmal ausfüllen, obwohl es die gleichen Angaben sind. Nachdem wir an einem Schalter das Visum bezahlt haben (für 15 Tage 25 USD p.P. / ca. 20 EUR), durften wir mit der Quittung zur Immigration und ins Land. Das Gepäckband ist eher klein, doch dauerte es relativ lange bis unser Gepäck kam, aber alles gut und wir gingen raus.
Froh darüber der verschmutzen Luft in Delhi entflohen zu sein, suchten wir uns gleich ein Taxi, welches uns zum Hotel bringen sollte. Leider hatten wir nicht genug Bargeld, so dass wir unterwegs noch bei einem Geldautomaten anhalten mussten. Es standen gut sechs verschiedene Automaten nebeneinander und keiner schien zu funktionieren. Wir hatten schon Angst, dass wir ohne Geld in Nepal stehen. Nachdem wir alle Karten durch hatten, hat es dann irgendwann doch noch geklappt. Nebst dem Taxifahrer war noch ein „Freund“ dabei, der zufälligerweise auch die Stadt musste. Und zufälligerweise hatte dieser Freund eine Reiseagentur ganz in der Nähe unseres Hotels ☺. Wir ließen uns die Visitenkarte geben und hielten es offen, ob wir uns melden werden. Schlecht war es nicht, da wir noch gar keinen richtigen Plan für die Zeit in Nepal hatten.
Im Hotel angekommen waren sie ganz erstaunt, dass wir schon hier sind. Obwohl wir das Hotel erst kürzlich gebucht und noch mit ihnen Kontakt gehabt haben, haben wir komplett vergessen, dass wir den Flughafen Transport inklusive gehabt hätten. Bravo ☺. Der arme Fahrer stand anscheinend immer noch am Flughafen und wartete auf uns.
Wir konnten gleich unser Zimmer beziehen und gingen auch raus, um noch was vom Tag zu haben. Unser Hotel lag im beliebten Stadtteil „Thamel“. Nach Delhi empfanden wir es hier an diesem Stadt so sauber und ruhig. Schön entspannt liefen wir durch die Straßen und genossen es einfach.

Am Abend informierten wir uns, was es alles zu tun gibt und wie wir die zwei Wochen in Nepal gestalten wollen. Schon bevor wir hier waren wussten wir, dass wir unseren ursprünglichen Plan, nach Lukla zu fliegen, wegen dem Monsun streichen müssen. Wir machten zuerst mal einen Plan für die Stadt Kathmandu und entschieden gleich, das Hotel, welches wir mal für zwei Nächte gebucht hatten, nochmal um zwei zu verlängern.

Am nächsten Tag liefen wir gleich nach dem Frühstück Richtung „Durbar Square“, quasi der Hauptplatz von Kathmandu. Unterwegs kamen wir bereits an unzähligen Tempeln vorbei.

Wie in Südamerika alle Hauptplätze „Plaza de Armas“ heißen, ist es hier jeweils der „Durbar Square“. Anders jedoch als wir es kennen, zahlt man hier Eintritt um sich den Platz anschauen zu können (1´000 NPR p.P. / ca. 8,75 EUR). Beim Erdbeben im Jahr 2015 ist hier sehr vieles zerstört worden, was man leider auch noch sieht. Der Wiederaufbau läuft, es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis alles wieder aufgebaut ist. Trotzdem konnten wir die schönen Tempel bestaunen.

Wir liefen weiter und Sebastian wurde von einem Hindu, bzw. „Sadhus“ (auch Heiliger Mann) angesprochen und schon fast gedrängt ein Foto zu machen. Wir ließen uns die nicht zweimal sagen.

Obwohl diese Männer eigentlich kein Besitztum wollen, hat er dann trotzdem ein wenig Trinkgeld verlangt.
Wir kamen an einem kleinen Markt vorbei, wo es viele wunderschöne Souvenirs und alles mögliche gab. War sehr ähnlich wie in Thamel.

Da wir nach den vier Nächten in Kathmandu noch keinen Plan hatten, suchten wir anschließend ein Reisebüro, um uns mal zu informieren was es noch zu tun gibt und wo wir vielleicht eine Wanderung machen könnten. In das erste, souverän ausschauende, gingen wir rein und fragten nach. Anscheinend war sie komplett überfordert mit unserer Anfrage. Nachdem sie irgendwas geschaut und rumgetippt hat, schrieb sie uns eine Wanderung auf, die möglich ist. Wirklich überzeugend war sie jedoch nicht. Wir nahmen jedoch ihre Notizen entgegen und entschieden uns, lieber nochmal online uns besser zu informieren ☺.

Früh morgens fuhren wir mit einem Taxi zur „Swayambhunath Stupa“, auch den „Affentempel“ genannt. Diese Stupa befindet sich bisschen außerhalb auf einem Berg und man soll auch eine schöne Aussicht haben. Der Taxifahrer ließ uns raus und deutete auf die Treppen die hochzusteigen sind. Frühsport, auch wieder mal gut.

Unterwegs bezahlt man noch den Eintritt zur Stupa (200 NPR p.P. / ca. 1,75 EUR). Glaube wir hatten „Pech“, dass grad ein Polizist dastand. Es sah eher inoffiziell aus und wir kriegten auch kein Ticket oder dergleichen.
Nach einigen weiteren Treppenstufen sind wir dann oben angekommen.

Von oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf Kathmandu. Wir hatten das Glück, dass es noch relativ „klar“ war und wir vieles sehen konnten. Unter anderen konnten wir schon mal einen Blick auf die „Boudhanath Stupa“ erhaschen, welche für den nächsten Tag auf dem Plan stand.

Bereits beeindruckt von dieser „kleineren“ Stupa schauten wir uns das Gelände an. Es ist nicht riesig, aber dafür nicht minder schön.

Bei einem Altar sahen wir einen buddhistischen Priester, der die Leute segnete und ihre Rituale vollzog. War beeindruckend und fanden es spannend zu beobachten.

Nachdem wir die endlosen Treppen wieder runter gelaufen sind, brauchten wir zuerst mal wieder Bargeld, damit wir uns ein Taxi zum Kloster Kopan nehmen konnten. Nicht einfach in dieser Gegend, denn es gab lediglich einen Geldautomaten und dieser funktionierte nicht. So beschlossen wir Richtung Hotel zu laufen. War auch nicht schlecht, so sahen wir noch bisschen was von der Stadt. Wir mussten jedoch oft husten, da die Luft so trocken und staubig war. Obwohl schon Monsunzeit war, war alles super trocken. Wenn ein Auto vorbeifuhr, wirbelte es den Staub nur so auf.

Bisschen näher der Stadt gab es dann endlose Geldautomaten und so ging es nicht lange und wir saßen im Taxi Richtung Kloster. Eigentlich dachten wir, das Kloster sei bekannt, wir mussten jedoch den Taxifahrer mit unserer Offline Maps App dahin lotsen. Leider hatten wir das „falsche“ eingegeben und landeten beim Nonnenkloster. Da hier die Straßen nicht besonders waren, war der Fahrer froh, dass wir angekommen sind und ließ uns raus. Wir gingen rein und schauten uns bisschen rum. Hier kann / darf man jedoch nicht viel machen.
Wir sahen dann, dass es noch ein zweites gibt und wollten zu Fuß hoch. Die Hitze, der Staub und der steile Hang bewogen uns jedoch dazu nochmal ein Taxi anzuhalten. Der Weg zum Mönchen-Kloster ist ziemlich beschwerlich und definitiv nicht einfach für diese doch immer sehr alten Taxis.
Oben angekommen musste ich mir zuerst den Schal über das Dekolleté und die Schultern legen, damit ich rein durfte. Wunderschön hier und anscheinend vom Erdbeben verschont oder sehr gut wiederaufgebaut.

Ursprünglich war der Plan gewesen, auch hier ein oder zwei Nächte zu verbringen, was uns empfohlen wurde. Online haben wir aber davor gesehen, dass es schon ausgebucht ist und für einen 12-tägigen Kurs hatten wir leider keine Zeit.
Da gerade Mittagszeit war, wollten wir eigentlich raus und unten was essen. Da sahen wir, dass es auch ein Kloster-Café gab, wo sie auf Essen verkauften. So gingen wir rein und bestellten war. Echt preisgünstig und sehr lecker. Das Café füllte sich langsam mit Touristen und durch Gespräche fanden wir raus, dass soeben grad ein Kurs zu Ende gegangen ist. Da die Leute diese zwölf Tage geschwiegen und auch so nicht miteinander kommunizierte haben, war der Redefluss entsprechend hoch.
Nun wurde uns auch klar, wieso so viele Taxis auf dem Weg zum Kloster gewesen sind, die Touristen müssen natürlich wieder in die Stadt zurück. Gut auch für uns, denn so mussten wir danach nicht lange warten.

Online hatten wir uns über ein gutes Reisebüro hier für Wanderungen informiert und gingen dahin. Dies war jedoch nicht einfach zu finden. Die Adresse stimmte, waren da aber nur Souvenirläden. Auf Nachfrage wurden wir dann in den 2. Stock geschickt, wo tatsächlich ein Büro war.
Hier mussten wir warten bis der Chef kam. Wir sagten ihm, wieviel Tage wir noch haben und unsere ungefähren Ideen. Es gab uns Tipps und zeigte uns, was wir alles machen könnten. Wir fühlten uns hier wirklich wohl und gut aufgehoben. So buchten wir gleich zwei Touren. Einmal nach Nagarkot zum Sonnenaufgang inklusive Übernachtung, wo wir mit einem Fahrer auf dem Hin- und Rückweg einmal in Bhaktapur, der ehemaligen Hauptstadt des Malla-Reiches und einmal in Patan vorbeifuhren. Als zweite Tour buchten wir eine 4-tägige Wanderung mit Guide ab Pokhara im „Annapurna Circuit“ Gebiet.

Generell ist uns stark aufgefallen, wie oft Sebastian Gras und mehr angeboten gekriegt hat. Vor allem in Thamel praktisch alle 10 Minuten. Anscheinend läuft das Geschäft hier ☺.

An diesem Tag wurde der Husten stärker und wir erfuhren, dass es vielen Touristen in Kathmandu so ergeht. So beschlossen wir ab dem nächsten Tag die Mundschutz-Masken zu tragen, die wir eigentlich für Delhi und Hongkong dabei gehabt haben, zu tragen.

Gesagt, getan und so ging es am Tag drauf bewaffnet mit der Maske zur „Boudhanath Stupa“ im Nordosten. Eigentlich ist dies schon fast eine andere Stadt, bzw. ein Vorort, gefühlt ist es aber mitten in Kathmandu. Da wir noch früh waren, liefen wir einfach rein. Später sahen wir, dass man eigentlich hätte Eintritt (400 NPR p.P. / ca. 3,50 EUR) bezahlen sollen. Als wir rein sind, ist jedoch noch niemand da gewesen.
Diese Stupa ist weltweit eins der größten Bauwerke dieser Art. Rundherum gibt es noch diverse Gebäude mit Gebetsmühlen und Altären.

Wir wollten die Stupa noch von oben sehen und liefen in ein Café hoch, wo wir einen wunderschönen Blick auf sie hatten.

Nach den beiden großen Buddhismus Tempeln fuhren wir nun zu einem Tempel des Hinduismus, dem “Pashupatinath Tempel”. Dieser Tempel ist einer der wichtigsten Tempelstätten für den Hinduismus, was man definitiv merkt. Es war einiges los hier. Auch hier bezahlt man wieder Eintritt, relativ viel im Verhältnis zu den buddhistischen (1´000 NPR p.P. / ca. 8,75 EUR). Wir liefen ins Gelände rein und sahen plötzlich, dass wir gar nicht in den Tempel rein dürfen. Dies ist lediglich den Hindus erlaubt, für alle anderen ist der Eintritt verboten und dies wird auch stark kontrolliert. Bisschen enttäuscht schauten wir das Gelände an, wo man nicht wirklich viel sehen konnte. So wollten wir schon fast gehen, bis man uns um die Ecke schickte, wo das Krematorium sein soll. So liefen wir einer Touristengruppe nach und kamen zum Fluss, wo tatsächlich kleine Altäre waren, auf welchen was verbrannt wurde. Ich dachte zuerst, dass hier das Holz “angebrannt” wird und es anschließend in einen Raum oder so gebracht wird, wo die Leichen verbrannt werden.

Wir liefen über eine Brücke uns setzten uns zu den Leuten. Gegenüber sahen wir dann plötzlich, dass eine Beerdigung in vollem Gange war. Die Verwandten verabschiedeten sich grad von einer Verstorbenen, legten Tücher, Geld, Blumen nieder und streuten rotes Pulver über sie. Schon eher komisch, aber zum Glück konnte man von der ferne das Gesicht nicht sehen. Nach einiger Zeit wurde sie hochgehoben und weggetragen. Wir dachten, dass sie ins Gebäude gehen und sie da verbrennen. Aber im Gegenteil. Man legte sie auf einen bereits vorbereiteten Scheiterhaufen. Hier wurden nochmal Sachen niedergelegt, Gebete gesprochen und wie wir später nachgelesen haben, hat anschließend der älteste Sohn das Holz zum Brennen gebracht. Da werden also echt in aller Öffentlichkeit die Menschen verbrannt. Bevor es jedoch richtig zu brennen anfing, gingen wir, da es mir irgendwie ein bisschen zu viel wurde.
Von einem Guide haben wir gehört, dass dies bewusst in aller Öffentlichkeit geschieht, da für die Hindus dies der Beginn eines neuen Lebens ist. Normalerweise weinen die Leute bei Beerdigungen auch nicht, was hier nicht der Fall war, denn eine Frau konnte sie kaum zurückhalten.
An sich gar nicht so schlecht, dass man hier so „offen“ mit dem Tod umgeht, denn schlussendlich gehört auch dies leider zum Leben. Trotzdem ein bisschen verwirrt was wir grad live miterlebt haben, gingen wir ins Hotel zurück und ließen den Abend da ausklingen, denn wir mussten für unsere erste Tour packen.

Nagarkot / Bhaktapur / Patan (Lalitpur)

Nach dem Frühstück stand unser Fahrer überpünktlich bei unserem Hotel um uns abzuholen. Den großen Rucksack konnten wir im Hotel lassen, da wir nach dieser Tour nochmal eine Nacht hier gebucht haben. So hatten wir nur unsere kleinen Rucksäcke dabei. War ja auch nur eine Nacht.
Ein etwas jüngerer, aber sehr netter Fahrer wartete auf uns. Leider waren seine Englisch Kenntnisse mäßig und wir verstanden oft nicht, was er genau erzählen will. Als erstes fuhren wir ins ca. 16 km entfernte Bhaktapur. Da die Straßen nicht besonders sind, dauerte es länger als gedacht. Nach gut einer Stunde kamen wir an und er führte uns zum Eingang des „Durbar Square”. Wie in Kathmandu muss man auch hier Eintritt bezahlen, welcher etwas höher ist, da der Teil sehr groß ist (1´500 NPR p.P. / ca. 13,10 EUR). Wir haben sogar eine kleine Karte mit Erklärung zur Geschichte auf Deutsch erhalten.
Kaum drin mussten wir fast vor den Männern flüchten, die sich uns als Guide anbieten wollten. Anscheinend waren wir mal wieder sehr früh unterwegs, denn es waren noch kaum Touristen da, so dass wir die einzigen „Opfer“ waren. Wir liefen jedoch jeweils dankend weiter.

Auch hier ist noch vieles beim Erdbeben zerstört worden, doch einiges bereits wieder aufgebaut. Würde fast sagen, dass hier am meisten wieder steht. Der „Haupttempel“ ist riesig und wunderschön mit winzigen Details verziert. Wie alle Tempel. Man sieht oft nur das Ganze, aber schaut man sich mal ein Stück genauer an, sieht man wahnsinnig viele kleine Details.

Wir schauten uns den Platz und die Stadt an. Unfassbar was ein paar Sekunden Erdbeben alles zerstören können. Außerhalb des Hauptplatzes gibt es noch einiges zu sehen. Wir liefen ein bisschen durch die Stadt und schauten uns um.

Eigentlich dachten wir, dass wir länger da sein werden. Aber durch die Zerstörung sieht man nicht viel und so liefen wir nach guten zwei Stunden wir wieder zurück zum Eingang, wo unser Fahrer schon auf uns wartete. Obwohl die Einheimischen eigentlich keinen Eintritt bezahlen, hat er gemeint, dass er nicht mit uns rein darf.

Also ging es weiter ins nur ca. 13 km entfernte Nagarkot. Man könnte meinen, dies geht schnell, aber die Straßen sind noch schlechter als nach Bhaktapur. Teilweise konnte man dies nicht Straßen nennen, es waren mehr Offroad Wege, wahrhaftig über Stock und Stein. Hut ab vor dem Fahrer, der dies mit einem „normalen“ Auto machte.
Kurz vor Nagarkot mussten wir eine Straßengebühr oder ähnliches bezahlen. Der Agent im Reisebüro hat uns schon vorgewarnt, dass man manchmal was bezahlen muss. Anscheinend stehen sie nicht immer da, bei uns schon (340 NPR inkl. Steuer p.P. / ca. 3 EUR). Wofür dies wirklich sein soll, wissen wir nicht, die Straßen sind in einem miserablen Zustand und man sieht nicht wirklich, dass etwas gemacht wird. Es dauerte fast zwei Stunden bis wir dann schlussendlich oben bei unserem Hotel angekommen sind.
In Nagarkot gibt es außer Wanderungen und Sonnenunter und -aufgang nichts. Unser Zimmer hatte einen Balkon und so genossen wir draußen bei bisschen Sonnenschein und die saubere Luft. Unser Zimmer hat leider bisschen gemüffelt, so dass wir so oder so die Zeit lieber draußen verbrachten.
Als es Richtung Sonnenuntergang ging kamen einige Wolken hoch und so sparten wir uns den Weg auf den Berg für den Sonnenuntergang.

Den Sonnenaufgang wollten wir aber keinesfalls verpassen, standen somit früh auf und gingen auf das Rooftop unseres Hotels. Dies war leider noch komplett eine Baustelle, aber für die Gäste irgendwie begehbar. Hier sieht man richtig den Kampf um das höchste und bestgelegene Hotel für den Sonnenaufgang, da die Touristen eigentlich fast nur deswegen nach Nagarkot kommen.
Wegen leichten Wolken konnten wir die Gebirge des Himalayas nicht wirklich sehen, hatten dafür aber einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Nach dem Frühstück stand unser Fahrer wieder pünktlich beim Hotel um uns abzuholen. Wir dachten, er hatte in einem anderen Hotel geschlafen, da wir ihn bei uns nicht gesehen hatten. Auf dem Weg runter zeigte er und auf ein kleines Plätzchen am Waldrand wo er anscheinend im Auto geschlafen hat. Wir waren bisschen schockiert, denn wir dachten die Fahrer kriegen auch ein Hotelzimmer.

Den gleichen Weg ging es wieder runter. Auf dem Weg sammelten wir noch einen Guide ein, der den Weg nicht so gut gemeistert und anscheinend das Auto kaputt gemacht hat.
Weiter fuhren wir zum letzten Ort Patan (auch Latipur genannt) und dem „Durbar Square“ den wir besuchen wollten. Es ist die drittgrößte Stadt Nepals. Wenn man sich die Karte anschaut, ist Patan eigentlich eher ein Stadtteil von Kathmandu, als eine eigene Stadt. Vom Zentrum sogar noch näher als die Stupa und das Kloster ☺.
Auch hier bezahlt man wieder Eintritt (1´000 NPR p.P. / ca. 8,75 EUR). Dieser Platz ist an sich schon sehr klein und aktuell aufgrund der Wiederaufbauarbeiten eigentlich noch eine große Baustelle, so dass man gar nicht so viel sieht. Ein Tempel ist von innen mehrheitlich restauriert, so schauten wir uns den an.

Auch hier wieder die vielen, vielen kleinen Details. Konnte mich kaum satt sehen, so wunderschön verarbeitet. Lange blieben wir hier aber nicht und so waren wir vor Mittag schon wieder bei unserem Hotel. Unser Zimmer für die Nacht war schon frei und wir konnten rein. Bevor wir nochmal durch Thamel schlenderten, packten wir unsere Sachen für die Wanderung für die nächsten Tage und planten unsere anschließende Weiterreise nach Vietnam.

Pokhara / „Annapurna Circuit“ Wanderung

Unser Bus nach Pokhara fuhr schon um 7 Uhr in der Früh. Pokhara liegt eigentlich nur ca. 140km von Kathmandu Richtung Norden, doch wir wurden beim buchen schon vorgewarnt, dass auch hier sie Straßen in mäßigem Zustand sind und die Fahrt gute acht Stunden dauern soll.
Es hat geheißen, dass wir abgeholt werden und zum Bus gebracht werden. Ja, abgeholt wurden wir, wurden dann aber zu Fuß zum Bus begleitet. Er meinte, es dauert nur so 10 Minuten. Nach mehr als 20 Minuten, mit vollem Gepäck, sind wir dann endlich fix und fertig beim Bus angekommen. Der Bus sah soweit ganz gut aus. Unser Gepäck wurde unüblicherweise hinten verstaut. Der Innenraum sah mäßig aus und wir waren froh, dass wir unseren Regenschutz über den Rucksack getan haben.
Immerhin war das Businnere soweit super. Die Ledersitze sehr breit und super bequem. Nachdem wir auf den letzten Gast gewartet haben, ging es los. Also soweit es ging, denn es herrschte grad Rushhour in der Stadt und wie kamen eigentlich so gut wie gar nicht voran. Nach einer Stunde im Stau warten, fuhren wir an einer Bäckerei vorbei wo unser Frühstück abgeholt wurde. Wussten gar nicht, dass was inklusive ist, aber nahmen es gerne an.
Nach etwa zwei Stunden waren wir dann endlich aus der Stadt raus. Erst waren wir froh, doch wussten wir nicht, ob es wirklich besser war. Die Straßen hinter der Stadt sind zwar nicht so schlimm wie nach Nagarkot, aber auch nicht wirklich gut. Unser Fahrer hatte es wohl eilig und fuhr wie ein Verrückter. Nach kurzer Zeit gab es einen ersten kurzen Toilettenhalt und wir konnten mal wieder sauberere Luft einatmen.
Nach der Hälfte der Fahrtzeit kamen wir beim Mittagessen an. Wir hielten bei einem Hotel, wo es ein kleines, aber sehr leckeres nepalesisches Buffet gab.
Wir hatten jedoch nur 20 Minuten Zeit, dann ging es wieder weiter. Wir haben, soweit es die Straßen zuließen, relativ viel geschlafen, was wohl auch gut war. Jedes Mal wenn ich wach war und die Fahrweise sah, war mir nicht ganz wohl. Vor allem der Gedanke, dass wir das Ganze nochmal zurück machen müssen. Hier fingen wir bereits an zu überlegen, ob wir nicht doch lieber zurück fliegen wollen.

Endlich in Pokhara angekommen, regnete es leider in Strömen. Des Busbahnhof war ein schlammiges Schlachtfeld und wir versuchten zwischen den Taxifahrern und Leuten, die uns Hotels anboten unser Gepäck zu holen. Zufälligerweise sah Sebastian einen Mann, der ein Schild mit seinem Namen in der Hand hielt. Wir wussten gar nicht, dass wir abgeholt werden sollten, hofften aber, dass es diesmal entweder nicht so weit ist, oder ein Auto da wartet ☺. Zum Glück stand ein Auto da und er fuhr uns zum Hotel. Das Zimmer war bereits frei und wir konnten unsere nassen Sachen aufhängen.

Abends lernten wir dann unseren Guide für die viertägige Wanderung kennen. Schon als er an unsere Tür klopft und was sagte, verstanden wir gar nichts. Wir gingen dann raus mit ihm und er versuchte uns was zu erklären. Sein Englisch war jedoch mäßig und wir verstanden vielleicht die Hälfte. Das werden ja spannende Tage.
Leicht gefrustet, da er uns leider nicht viel Hoffnung für das Wetter machte, gingen wir zurück ins Zimmer und packten unsere Sachen, da wir nur die kleinen Rucksäcke mitnahmen.

Am nächsten Tag schien dann am Morgen tatsächlich die Sonne, was für ein Glück. Nach dem Frühstück wurden wir von unserem Guide und einem Fahrer abgeholt und zum Startpunkt der Wanderung gefahren. Mit dem kleinen, eigentlich „normalen“ Auto (nicht 4×4) sind wir im wahrsten Sinne des Wortes schon wieder so über Stock und Stein gefahren. War nicht wirklich viel besser als Tags davor im Bus. Der Fahrer ließ und kurz vor „Nayapul“ raus und wir liefen nur ein kurzes Stück runter bis „Birethanti“, wo man sich als Tourist, bzw. Wanderer ausweisen und eine gewisse „TIMS Card“ (Trekkers‘ Information Management System-Karte) vorzeigen muss. Die Agentur hat diese für uns beantragt und gleichzeitig die „Eintrittsgebühr“ bereits bezahlt. So erledigte der Guide im Büro alles. Diese Karte ist obligatorisch für alle, die in Nepal wandern wollen, als Kontrolle, dass dann auch wirklich alle wieder raus sind, da die Wanderer sonst gesucht werden.

Danach fing die eigentlich Wanderung an. Wir liefen durch Wälder und über kleine Brücken. Was für eine Ruhe hier herrschte nach dem doch eher hektischen Kathmandu.

Pünktlich um 12 Uhr kamen wir am Ort an, wo wir Mittagessen sollten. Wir wurden gefragt ob wir „Dal Bhat“ wollen. Da wir dachten, es gibt nur das, bejahten wir. Auch, weil wir dieses Nationalgericht mal probieren wollten. Hier hörten wir das erste Mal den Spruch „Dal Bhat Power – 24 hour“. Das Gericht besteht aus Reis, Linsensuppe, Gemüse und manchmal Curry-Kartoffeln. Wirklich sehr lecker und gibt Energie.
In diesem Wandergebiet ist eigentlich der Kauf und Verkauf von Plastikflaschen verboten, da sie die Verschmutzung so verhindern wollen. Da wir generell auf der Reise keine Trinkflaschen dabei hatten, kauften wir hier, als letzten Ort wo es noch ging, nochmal zwei Flaschen, die wir dann immer wieder auffüllen konnten.
Ab dem Mittagessen ging es praktisch nur noch Treppen hoch. Unser Guide ist zu Beginn immer losgespurtet, musste dann aber oft Pause einlegen. Nach zwei Stunden wurde er immer langsamer und wir merkten, dass er sich zu Beginn wohl bisschen vertan hat, da wir ihm schneller hinterher kamen, als er dachte☺.
Kurz vor der Ankunft bei unserem “Guesthouse” wo wir übernachteten, fing es an zu regnen. Zum Glück sind wir fünf Minuten später am Ziel in “Ulleri” auf 2073 m.ü.M angekommen. Später kamen noch andere Gruppen an, die komplett durchnässt waren, da sie in den Regen gekommen sind. Auch hatten wir Glück, dass uns keine Blutegel erwischt haben, die kommen bei Regen hervor und ein paar wurden tatsächlich „gebissen“, wobei dies völlig ungefährlich ist.
Wir gingen kurz ins Zimmer, welches verhältnismäßig gut und gemütlich aussah für mitten im Nirgendwo.
Unten gönnten wir uns einen Ingwer-Honig-Tee und Popcorn. Der Guide versuchte sich mit uns zu unterhalten, aber wir verstanden leider fast nichts. Wir ließen ihn über seine Wanderungen erzählen und er war happy. Immerhin erfuhren wir, dass wir gute 3´500 Stufen hochgelaufen waren. Ich hatte gehofft ihn zuerst falsch verstanden zu haben, dass wir am nächsten Tag nochmal mindestens eine Stunde Treppen hochsteigen werden.
Nach dem Abendessen konnten wir gleich das Frühstück bestellen für nächsten Tag. Er meinte irgendwas, dass grad nur „Porridge“ verfügbar sei. Auf der Karte waren zwar noch andere Frühstücke, aber wir dachten passt schon.

Obwohl es den ganzen Abend und fast die ganze Nacht geregnet hat, war es am nächsten Tag relativ schön. Zumindest trocken. Nach dem Frühstück, Porridge mit Himalaya Honig, wahnsinnig lecker, packten wir unsere Sachen und warteten unten auf unseren Guide. Da sahen wir, dass die anderen Leute zum Frühstück Eier, Toast etc. hatten. Auf der Karte sahen wir grad noch, dass unser Frühstück die Hälfte gekostet hat. Hmm…
Leider hatte ich den Guide am Vorabend doch richtig verstanden und es ging tatsächlich über eine Stunde nochmal Treppen hoch. Je weiter oben wir waren, desto feuchter wurde die Luft und gab eine wunderschöne Stimmung.

Anscheinend waren wir sehr schnell unterwegs, denn bereits kurz nach 10 Uhr erreichten wir das Dorf, wo wir Mittagessen sollten. Eigentlich wollten wir weiter, aber die Touren, bzw. die Anbieter haben fixe Punkte wo es Essen gibt. Somit gab es an diesem Tag schon um 10.30 Uhr Mittagessen. Mit Kartenspielen und lesen haben wir uns die Zeit bisschen vertrieben, bevor es weiter bis “Ghorepani” ging.

Kurz nachdem wir losliefen fing es an zu tröpfeln, hörte dann aber wieder auf. Wir liefen weiter und der Regen wurde doch bisschen stärker. Wir hatten jedoch wieder Glück und waren kurze Zeit später, diesmal sehr früh, schon beim Ziel des heutigen Tages.
Die Sonne kam zeigte sich dann doch bisschen und wir gingen raus, um uns die Zeit zu vertreiben. Da wir uns jedoch in der Nebensaison befanden, war eigentlich nichts offen. “Ghorepani” ist ein bisschen ein „größeres“ Dorf, da es die Ausgangsstation für den „Poon Hill“ ist, wo man den Sonnenaufgang sehen kann. Offen waren eigentlich nur die Gästehäuser. Also gingen wir doch wieder zurück.
Da wir sehr früh schon gegessen haben, kriegten wir am frühen Nachmittag wieder Hunger und bestellten mal wieder Popcorn, Ingwer-Honig-Tee und einen Pancake dazu. Ob es an der „Höhenluft“ lag, “Ghorepani” liegt auf ca. 2800m.ü.M., oder was auch immer, aber es war so lecker.

Sonst gab es hier nicht viel zu tun, also ruhten wir uns im Zimmer aus und gingen früh schlafen. Denn am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits kurz vor 4 Uhr, da wir um vier zum „Poon Hill“ starteten. Unser Guide meinte, dass es eine Wanderung von gut eineinhalb Stunden ist. So gingen wir zügig los, denn wir wollten keinesfalls den Sonnenaufgang verpassen. Obwohl es am Abend davor komplett neblig war, hatten wir klare Sicht mit Sternen in der Früh.
Es ging, mal wieder, nur Steintreppen hoch. Ganz ohne war es nicht, aber es ging. Und plötzlich nach 40 Minuten standen wir schon oben beim „Poon Hill“ auf 3´210m.ü.M. Unser Guide war ziemlich kaputt und brauchte einige Pausen, bis er oben war. Seine Alkoholfahne verriet uns auch, was er am Abend davor mit seinen Kollegen wohl getan hat.
Da wir schneller als gedacht oben waren, waren wir die ersten. Die Dämmerung fing langsam an und Ausblick in dieser Ruhe war einfach nur wunderschön.

Langsam kamen dann auch andere Gruppen hoch und wir waren erstaunt, wie viele doch noch in der Nebensaison unterwegs waren. Wollen uns gar nicht vorstellen, wie es wohl in der Hauptsaison ausschaut.

Hier sieht man unter anderem die „Annapurna“ Spitzen. Wahnsinnig beeindruckend dieses Panorama. Am besten sieht man „Annapurna South“, welcher über 7´200m hoch ist. Die höchste „Annapurna“ Spitze kann man nur ganz bisschen sehen, wenn überhaupt, da sie weiter hinten ist. Dieser Berg gilt als einer der schwierigsten und wurde noch nicht so oft bestiegen.

Die Sonne ging hinter dem „Machapuchare“, der wegen seiner Form auch „Fischflosse“ genannt wird, auf. Was für ein Anblick. Atemberaubend. Der „Machapuchare“ ist für die Buddhisten heilig und hat ein Besteigungsverbot.

Es war doch relativ frisch oben und wir genossen mit einem leckeren heißen Tee die aufgehende Sonne, bevor wir uns dann bald auf den Weg runter machten, da sich der Hunger meldete und wir an diesem Tag noch einen weiten Weg vor uns hatten.
Nach dem Frühstück ging es los und als erstes gleich wieder auf 3´200m.ü.M.

Gemäß unseren Uhren waren wir hier sogar ein bisschen höher als am Morgen beim Sonnenaufgang.
Ab hier begann eigentlich der anstrengendste Teil der Wanderung, die ganzen Treppen wieder runter.

Es ging wahnsinnig in die Oberschenkel und Knie, so dass ich fast öfters Pause machen musste, als beim Hochsteigen. Beim runterlaufen kamen wir nicht an so vielen Dörfern vorbei, sondern waren eher im Wald und folgten einem Fluss.

Aber mal wieder waren wir schnell und auch heute wieder um halb 11 schon beim Dorf zum Mittagessen. Diese waren aber noch gar nicht bereit und es hieß, dass wir frühestens in einer Stunde essen können. Dies war uns aber recht, da wir noch gar nicht so großen Hunger hatten und nicht schon wieder so früh essen wollten. Wir genossen die Sonne, welche sich uns zeigte und spielten Karten. Es kamen einige Gruppen vorbei, die meisten kannten vom “Poon Hill” in der Früh beim Sonnenaufgang. Es wurde ausgetauscht und geredet. Die meisten hatten jedoch ihren Mittagsstopp weiter unten, so dass sie weiter mussten.

Nach dem Essen ging es nochmal knappe 700 Meter runter bis “Ghandruk” auf 1´940m.ü.M. Dieses Dorf ist noch größer als “Ghorepani” hat relativ viele „größeren“ Hotels und nochmal einen wunderschönen Blick auf „Annapurna South“. Der Weg runter war doch anstrengender als gedacht und wir legten die Füße hoch und bestellten noch ein letztes Mal Ingwer-Honig-Tee und Popcorn ☺. Irgendwie einfach der Wahnsinn nach dem Wandern.
Beim Essen kamen wir mit einem Pärchen aus Neuseeland ins Gespräch, welches die erste Nacht in “Ghorepani” verbrachte und alleine, ohne Guide, auf dem Weg zum „Annapurna Basecamp“ war. Sie meinten es geht ganz gut, Freunde von ihnen hätten es auch allein gemacht. In der Nebensaison auch wegen den Unterkünften kein Problem, man könne spontan schlafen wo man will.

Während dem Abendessen versuchten wir unseren Guide zu überzeugen, dass wir am letzten Tag die Runde gerne komplett machen würden und wieder bis “Nayapul” wandern würden. Der Plan war nämlich, dass wir nur eine Stunde wandern sollten und in “Kimche” bereits von einem Fahrer abgeholt werden, der uns nach “Pokhara” bringen soll. Er ließ sich jedoch leider nicht überzeugen, denn es war doch nochmal ein Weg von ca. fünf Stunden und anscheinend hatte er es eilig. Oder er wollte mit seinen Kumpels feiern, denn wir hörten sie bis spät in die Nacht singen und grölen.

Am nächsten Morgen war ich dann aber nicht mal so traurig, dass wir nur noch eine Stunde zu wandern hatten, denn meine Oberschenkel und Knie taten doch leicht weh. Nach dem Frühstück bei schönstem Ausblick ging es also runter bis “Kimche” auf noch 1´784 m.ü.M.

Unterwegs war bei einem Stück die Straße verschüttet. Der Guide meinte, dies müsste in der Nacht passiert sein, da niemand, der von dieser Richtung gekommen ist, was gesagt hat. Wir mussten über die Steine klettern, was nicht ganz ohne war, da diese noch ziemlich lose dalagen und es daneben schön den Berg runter ging.
Kurz drauf waren wir dann schon in “Kimche”, wo bereits der Fahrer wartete. Diesmal war es nicht ein kleines Auto, sondern ein 4×4 Jeep. Die Straße war auch wieder eher wieder Offroad, was mit dem Auto aber wesentlich besser ging. Es war jedoch wieder eine schöne Ruckelfahrt. Wir beschlossen, definitiv noch eine Nacht länger in “Pokhara” zu bleiben, uns die schüttlige Rückfahrt zu sparen und somit einen Tag später nach Kathmandu zu fliegen.
Nach etwa zwei Stunden Fahrt kamen wir hinter “Nayapul” dann endlich mal wieder auf „normale“ Straßen. Dieser Fahrer fuhr einen anderen Weg als wir vor vier Tagen hingefahren sind, denn wir mussten diesmal nicht durch Wasser, was wir noch dachten, wird mit den Jeep besser gehen.
Auf einer Anhöhe kurz vor “Pokhara” machten wir eine Pause, wo man einen herrlichen Ausblick auf den “Phewa-See” von “Pokhara” hatte. Das Wetter war ziemlich gut und viele Paraglider nutzten dies aus.
Nach einer kurzen Zeit hielt ein Bus und eine Reisegruppe von Indern stieg aus. Wir merkten schon bald, dass wir immer wieder „unauffällig“ fotografiert wurden. Willkommen zurück in Indien. Einer brachte dann schließlich den Mut auf und fragte uns und wegen einem Foto. Und so ging es wieder los. Einzelfotos, Gruppenfotos, dann Gruppenfotos mit dem der fotografiert hat und so weiter. Unser Guide stand daneben und verstand die Welt nicht mehr. Wieso wurden wir fotografiert, waren wir Berühmtheiten?? ☺
Nach einer kurzen Fahrt kamen wir dann in “Pokhara” wieder bei unserem Hotel an. Eigentlich dachten wir, dass das Mittagessen noch inbegriffen war, doch unser Guide verneinte und verabschiedete sich schnell. Wir erfuhren, dass er wieder zurück nach Kathmandu musste und seine Frau schon beim Bahnhof stand. Jetzt wussten wir auch, wieso er wohl nicht mehr runterlaufen wollte.
Bezüglich dem Mittagessen fragten wir dann beim Agenturchef nochmal nach und tatsächlich wäre das Essen noch dabei gewesen. Wir durften es auf seine Rechnung setzen. Wie wir in den Unterkünften gesehen haben, bezahlte unser Guide jeweils alles bar. Wie wir erfahren haben, hat er einen Betrag erhalten und hat somit wohl dann immer versucht uns das günstigste Essen schmackhaft zu machen, da er den Rest wohl behalten durfte. Im Nachhinein passte dies generelle zu seinem Verhalten und wir müssen leider sagen, dass wir nicht ganz happy mit ihm waren. Normalerweise sind die Guides direkt bei der Agentur angestellt. Unser Guide hat aber zusätzlich noch seine eigene Firma mit, gemäß ihm, zwanzig Angestellten und versuchte uns immer wieder Touren von ihm zu verkaufen. Wir erwähnten einmal, dass wir in Zukunft mal noch Interesse an einem Basecamp haben, seit dem redete er immer wie gut seine Firma ist. Leider hat er es sich generell mit seinem Verhalten das Gegenteil bezweckt. Seine Facebookanfragen lassen wir dann wohl mal lieber unbeantwortet.

Der Nachmittag war schön und wir gingen in die Stadt, um als erstes gleich einen Flug zu buchen. Dies war zwar relativ einfach, man sagte uns jedoch, dass die Rückflüge oft ausgebucht sind, da viele Touristen nicht mehr mit dem Bus zurück fahren wollen. Zufrieden gingen wir dann los und suchten uns noch ein schönes Hotel für die letzte Nacht. Wir gönnten uns einen leckeren Kaffee und Kuchen am See, kurz bevor es wieder zu regnen anfing und gingen wir dann glücklich ins Hotel. Den Abend ließen wir beim Fussball schauen ausklingen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen um das Hotel zu wechseln. Dies war zum Glück nicht so viel, da das meiste in der Wäscherei war. Danach machten wir uns nochmal auf den Weg in die Stadt. Bald merkten wir, dass wir eigentlich am „Ende“ von “Pokhara” waren und dass die Stadt noch viel größer war, als wir dachten. Wir schlenderten rum, genossen nochmal die Sonne und kämpften uns durch die vielen Souvenirshops. Am Nachmittag kauften wir uns in einer „German Bakery“ zwei süße Teilchen und verspeisten diese später auf unserem Balkon. Auch an diesem Tag fing es am Nachmittag wieder richtig an zu regnen, diesmal aber richtig heftig, so dass wir sogar vom Balkon flüchten mussten. Es war langsam Richtung Ende Juni und der Monsun wurde immer stärker, Zeit weiter zu reisen ☺.

Nach dem Frühstück wurden wir vom bestellten Taxi abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wir haben extra genug Reserve eingeplant und waren viel zu früh dran. Der Flughafen ist bislang einer der kleinsten den ich gesehen habe. Nicht mal auf den Malediven oder Galapagos war es so klein.

Auch unser Gepäck konnten wir noch nicht abgeben, dies geht wirklich erst eine Stunde vor Abflug. Da sie gut alle eineinhalb Stunden Flüge haben, wird jeweils nur das Gepäck für den nächsten Flug angenommen. Denn auch von Gepäckbändern war weit und breit nichts zu sehen.
So warteten wir kurz in der Halle. Netterweise durften wir das große Gepäck schon mal hinter dem Schalter lassen. Als es dann Zeit wurde, kam sogar ein Mitarbeiter zu uns und meinte wir dürfen die Boardingkarten holen.

Auch hier gab es eine kleine Sicherheitskontrolle und dahinter gleich das Gate. Alles so klein, aber ganz nett gemacht. Die Ansprachen laufen wir aber nicht wie gewohnt über Lautsprecher, sondern ein Angestellter schreit in die Halle welcher grad Flug einsteigebereit ist. Von der Halle läuft man die paar Meter direkt zum Flugzeug.

Der Flug dauert nicht lange. Kurz nach dem Start hat man schon die Flughöhe erreicht. Es gab unterwegs sogar noch ein Wasser für uns. Der Flug war sehr angenehm und super schön durch die Berge.

Waren grad noch einmal froh, dass wir uns für den Flug entschieden haben. Nur 25 Minuten später landeten wir schon in Kathmandu im nationalen Teil. Auch hier liefen wir wieder zu Fuß in die Gepäckhalle. Hier gibt es kein Band, sondern die Koffer werden einfach von einem Angestellten auf den Tresen gestellt oder unten durch geschoben.

Wir nahmen unser Gepäck und gingen zu Fuß zum internationalen Flughafen. Von “Pokhara” aus wählten wir bewusst eine Flug am Vormittag, da es am Nachmittag oft geregnet hat und die Sicht schlechter wurde. Außerdem kommt es dann auch mal vor, dass nicht geflogen wird und das wäre nicht gut für uns gewesen. Unser Flug ging zwar erst 12 Stunden später, aber wir wollten nichts riskieren.

Als wir ankamen, sahen wir schon große Schlangen und viele Menschen vor den Eingängen. Wir konnten uns durchschlängeln und schon der erste Sicherheitsmann meinte, wir können noch nicht rein. Wir fragten wieso, weil wir doch heute fliegen, er meinte wir sollen um 20h nochmal kommen. Da wir nicht mit dem ganzen Gepäck in die Stadt wollten, versuchten wir unser Glück bei einem anderen Eingang. Der wiederum schickte uns zu einem dritten Eingang. Langsam hatten wir dann alle Eingänge gesehen. Nach hin und her und großen Überredungskünsten durften wir dann tatsächlich beim zweiten Eingang schon rein. Bevor wir rein sind, haben wir noch gefragt, ob es ein Restaurant oder Essensmöglichkeiten gibt, was bejaht wurde. Drin angekommen sahen wir, wie „groß“ alles ist – gar nicht. Es gab zwei „Hallen“ A und B und da jeweils gute 10 Schalter. Wir sahen, dass es im oberen Bereich ein Restaurant geben sollte. Doch hoch darf man nur mit den gedruckten Boardingkarten und ohne das große Gepäck, da man nicht wieder runter kann. Also setzen wir uns in die eine Halle und verbrachten die Zeit mit lesen, schreiben, Karten spielen etc.
Nach etwa vier Stunden wechselten wir die Halle, da wir sahen, dass wir dann später dort einchecken müssen. Zum Mittagessen holten wir uns diese asiatischen Beutel-Nudelsuppen und aßen diese improvisiert in Kaffeebechern mit Holzrührstäbchen. Die Mitarbeiter kannten uns schon langsam, da wohl sonst niemand so lange da wartet, bzw. warten darf ☺.
Nach etwa acht Stunden warten durften wir endlich einchecken. Das Einchecken war ein kleines Spektakel. Neben uns gab es eine Flug mit der „Nepal Airlines“ und ich denke viele flogen das erste Mal. Anstehen war nicht ihr Ding und es bildete sich oft eine Traube beim Check-in Schalter statt einer Schlange. Die Frau am Schalter verzweifelte fast.
Wir konnten unser Gepäck abgeben und endlich hoch gehen, wo es mal mehr als nur einen kleinen Kiosk zum was Essen kaufen gab. Nicht viel mehr, aber immerhin. So gab nochmals was warmes und wir konnten einen Teil des Fußballspieles kucken. Da oben sah es schon mal ganz anders und viel gemütlicher aus, als in den Hallen unten.
Danach gingen wir zur Emmigration. Wie schon in Indien ist es hier eher ein Vorteil Ausländer zu sein, da dieser Schalter fast leer war und der der Inder / Nepalesen ziemlich voll. Anschließend ging es zur Sicherheitskontrolle, wo ich als Frau einen Vorteil hatte. Es gibt zwei Schlange, eine für Frauen und eine für Männer. Da sonst fast nur Männer geflogen sind, war ich in zwei Minuten fertig, während sich Sebastian durch die lange Schlange warten musste.
Die Gates waren dann wieder eher auf „Check-in-Hallen“-Niveau und sehr Chaotisch. Ein riesiger Raum wo die Leute saßen und irgendwie weiter hinten noch ein Gang. Angeschrieben war nicht wirklich viel. Glücklicherweise haben wir uns per Zufall genau da hin gesetzt, wo kurze Zeit später unser Flug aufgerufen konnte. Nach einem langen Tag praktisch nur mit Warten saßen wir dann glücklich im Flugzeug Richtung Zwischenstopp Kuala Lumpur.

Nepal hat uns sehr gefallen und die Landschaften sind einfach unglaublich toll. Wir hoffen, dass wir irgendwann mal nochmal zurück kommen und vielleicht die eine oder eine andere Wanderung machen können.

Tipps und Empfehlungen Nepal

– Wie auch in Indien ist es empfehlenswert in Kathmandu einen Mundschutz zu tragen.
– Nicht zu lange in Kathmandu bleiben, zwei Tage reichen aus. Die “Stupas” sind auf jeden Fall sehenswert. Hindu Tempel ist teuer, kann man sich sparen, außer man will einer „Beerdigungen“ beiwohnen.
– Das Kloster “Kopan” ist sehenswert, wer will kann dort auch übernachten oder einen 12-tägigen Meditationskurs besuchen.
– Nagarkot eher etwas im Winter/Frühling. Bei uns war es zu bewölkt.
– Im Sommer, bzw. bis Juni kann man wunderschöne Wanderungen rund um “Pokhara”, bzw. im „Annapurna Circuit“ Gebiet machen. Dieses Gebiet liegt oberhalb von Kathmandu und der Monsun kommt später. Wenn man Zeit hat, soll die Wanderung zum “Annapurna Base Camp” wunderschön sein und gilt anscheinend als gute Vorbereitung für das “Mount Everest Base Camp”.
– Zur Wanderung am besten Trinkflaschen mitnehmen, die man immer wieder auffüllen kann.
– Man kann gerne mit dem Bus nach “Pokhara” fahren. Wir würden jedoch auf jeden Fall den Flug (trotz der höheren Kosten) empfehlen. Die Straßen in sind sehr schlechtem Zustand und die Fahrer haben es eher eilig. Buddha Air oder Yeti Airlines sind ganz gut. Wir sind mit Buddha Air geflogen.
– Schauen, wann man von Kathmandu fliegt und nicht zu früh am Flughafen sein. Wir waren durch den Inlandflug sehr früh dran und man wollte uns nicht reinlassen. Nach langem Überreden durften wir rein, doch es gab nicht wirklich viel in der Check-in Halle.

Mampf-Mafia-Challenge

Von ganz lieben Freunden () haben wir bei unserem Abschlussfest ein bereits teilweise vorausgefülltes Reisetagebuch erhalten. Darin enthalten ist für jedes geplant zu besuchendes Land eine Aufgabe, die wir hier jeweils kurz mit dokumentieren werden.

Die Aufgabe für Nepal lautete: „Setze eine Kraxe eines Sherpas auf für ein Foto“.

War nicht einfach zu finden, da grad keine Saison ist und nicht viele Touristen die großen Touren machen. Hatten aber dann doch Glück, dass wir noch welche gesehen haben. War ziemlich schwer und wir sind noch beeindruckter, als wir vorher schon waren.

    

Next Stop: Vietnam

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