Hongkong

Mai 2018

0

Hongkong

Nach angenehmen 10 Stunden Flug sind wir wieder bisschen näher der Heimat gekommen und in Hongkong gelandet. Es fühlte sich bisschen an, wie in einer anderen Welt. Man kann nichts lesen und absolut aber gar nichts verstehen ☺. Wir waren noch nie in China und freuten uns auf den Aufenthalt. Nachdem wir das Gepäck geholt haben, gingen wir raus und warteten auf unser Uber. Beim Rausgehen erschlug uns gleich die Hitze. Hier herrschten zur Zeit grad 34 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Puh…

In der Unterkunft angekommen, bezogen wir unser Zimmer und bemerkten, dass es leider ein Raucherzimmer war. Schnell konnten wir das Zimmer wechseln und erhielten ein neues. Da wir müde vom Flug waren und auch hier wieder Zeitverschiebung hatten, gingen wir nur kurz raus um was zu essen. Dies war definitiv kein Problem, da unser Hotel in einer Nebenstraße der Nathan Road war, wo immer was los ist.

Durch den Jetlag waren wir früh wach und mussten auf das Frühstück warten, welches es erst ab 7 Uhr gab. Hungrig gingen wir dann runter und merkten, dass „Continental Breakfast“ hier wohl anders verstanden wird. Es gab ein paar Toast, Marmelade und künstlich schmeckende Dosenfrüchte ☺. Sitzgelegenheiten gab es nicht viele, also aßen wir kurz im Stehen und machten und auf den Weg in die Stadt.

Als erstes ging es zum „Choi Hung Estate“, was auf Chinesisch „Regenbogen“ bedeutet. Das Gebäude, bzw. die Balkone sind in den Farben eines Regenbogens angemalt. Aufgrund dieser Farbenvielfalt ist dies vor gut zwei bis drei Jahren ein beliebter Foto Spot für Touristen geworden. Wir waren zwar früh dran, aber bei weitem nicht allein. 

Obwohl es heiß war, entschieden wir zu Fuß weiter zu gehen und machten uns auf den Weg zum „Kowloon Walled City Park“. Eine echte Herausforderung bei der Hitze, zum Glück gab es viel Schatten unterwegs.
Mittlerweile ist dies ein Park. Bis 1993 war dieser Stadtteil ein (illegaler) Slum, mit lange Zeit ungeklärtem rechtlichen Status, wo nach dem Ende der Besetzung durch Japan im Zweiten Weltkrieg viele chinesische Flüchtlinge gewohnt haben. Es war sehr dicht besiedelt hatte aber alles Ärzte, Geschäfte, jedoch nichts war wirklich legal. Man sagt, dass um die 90iger Jahre rum etwa 33´000 Menschen da wohnten. Die Bevölkerungsdichte war zu dieser Zeit die höchste der Welt.

Über die Dichte kann man beim ausgestellten Miniatur Modell der ehemaligen Siedlung ein Bild machen. Wahnsinn, man sieht kaum Abstände zwischen den Häusern. 1994 wurde alles dem Erdboden gleich gemacht und auf der Fläche der aktuelle Park errichtet.

Beim Abriss kamen auch ganz alte Gebäudereste eines Palastes zum Vorschein, erklärte uns später ein Uberfahrer.

Der Park ist sehr schön gemacht und wir erholten uns im Schatten von der Hitze.

Als wir durch den Park liefen, sind wir immer wieder an Leuten vorbeigekommen, die Tai Chi gemacht haben. Dies haben wir generell oft in der Stadt gesehen.

Uns ist aufgefallen, dass es sehr viele Parks und es super viele Sportplätze gibt. Da es grad Sonntag war, sahen wir, dass viele Turniere stattfanden.

In Hongkong gibt es so vieles zu entdecken und so viele interessante Gebäude. Wir hatten uns bisschen über die Spots informiert und so ging es zum nächsten, dem „Ping Shek Estate“. Dies ist nicht ganz einfach zu finden, hier befanden sich fast keine Leute, außer ein paar Frauen, die in der Ecke auf dem Boden saßen und wohl den Tag genossen. Wohnraum ist in Hongkong sehr knapp und die Wohnungen super klein. Wenn man das Gebäude hochgeschaut hat, kann man nur staunen.

Zum Mittagessen gingen wir zu einem Markt in der Nähe. Von mehr als der Hälfte wussten wir nicht mal wirklich, was es sein soll, sah jedoch interessant aus. Auch die Gerüche waren „anders“☺.

Wir wussten nicht ganz genau was wir bestellt haben, zum Glück gab es noch Bilder von den Speisen, denn die Karte verstanden wir „nicht ganz“. Es war aber absolut köstlich und preislich konnte man sich definitiv nicht beschweren.

Während dem Mittagessen fing es plötzlich an stark zu regnen. So ließen wir uns Zeit. Es ging nicht lange und der Himmel war wieder blau. Durch den Regen stieg die Luftfeuchtigkeit noch mehr an und die Hitze wurde richtig unerträglich. Wir ließen uns jedoch nicht beirren und gingen weiter zum „Lok Wah South Estate“. Man kann sich hier echt richtig austoben. Wir waren auch hier wieder bei weitem nicht die einzigen und verbrachten hier ziemlich viel Zeit.

Die Hitze wurde langsam unangenehm so dass wir ein Uber zum „Wong Tai Sin Tempel“ nahmen. Der Uberfahrer war ein junger Student, der uns vieles erklärte und über die Stadt erzählte.

Da es grad Sonntag war, waren sehr viele Leute da und wir mischten uns unter die Menschenmenge. Der Tempel ist wunderschön, riesig und mitten in der Stadt. Er beheimatet gleich drei Religionen: Taoismus, Buddhismus und Konfuzianismus. Es war faszinierend und schön zu sehen, dass die Leute trotz verschiedener (auch wenn „ähnlicher“ Religionen) miteinander ihre Götter anbeten konnten.

Vom Tempel liefen wir wieder zurück zur Nathan Road, einfach DIE Einkaufsstraße in Hongkong. Wahnsinn was es da alles gibt, vor allem aber super viele Schmuckläden. Was da alles in den Schaufenstern liegt glaubt man kaum.
Generell sind uns die vielen teuren Autos hier aufgefallen. 5 Minuten ohne einen Tesla war eine Seltenheit. Aber nicht selten kam mal auch ein Bentley oder ein Rolls Royce entgegen. In den Nebenstraßen war es nicht ungewöhnlich, dass ein Maserati am Straßenrand stand. Fanden es fast extremer als in Dubai, oder vielleicht eher unerwartet.

Unterwegs kamen wir beim „Gold Fish Market“ vorbei. Da wird einfach echt „alles“ verkauft. Gefühlt kann man jegliche Art von Aquarium Fischen, Schildkröten und Echsen kaufen. Definitiv nicht die Art, wie wir es aus Europa kennen.

Nebst dem Aquarium Tieren gibt es auch Katzen, Hunde, Meerschweinchen und Hasen, die man sich im Schaufenster anschauen kann, bevor man sie kauft. Süße kleine Tiere, wo es wohl vielen Eltern mit Kindern schwer fällt schnell vorbei zu kommen. Wir hoffen, dass diese Tiere Zuhause als Haustiere landen und dann nicht in den Küchen…

Als wir im Hotel angekommen sind, merkten wir, dass das Licht im Zimmer nicht funktionierte. So gingen wir zur Rezeption um es zu melden. Die nette Frau meinte, sie kann sich darum kümmern. Wir gingen also raus um was zu Essen. Als wir zurück kamen, war leider nichts gelöst. Also gingen wir nochmal runter. Ob es vergessen wurde oder was auch immer. Nach einigen Verhandlungen kam dann doch einer mit uns hoch und versuchte die Karte einzustecken und die Lichter anzumachen. Nicht mehr, was wir auch schon getan haben. Da merkte er, dass es wirklich nicht geht. Weil es anscheinend nicht lösbar war, kriegten wir ein neues Zimmer. Also nochmal packen und wieder umziehen ☺. Immerhin war das dritte Zimmer größer als die anderen beiden.

Den nächsten Tag starteten wir mit der Fahnenzeremonie beim „Golden Bauhinia Square“ auf der anderen Seite des Fluss als wir waren. Wir fuhren mit der Fähre (2,70 HKD p.P. / ca. 0,30 EUR) auf die andere Seite. Auf dem Platz steht eine vergoldete Orchidee. Dieser Platz ist vor allem beliebt bei den Chinesischen Touristen, da er das Symbol der Wiedervereinigung ist.

Die Fahnenzeremonie inklusive der Nationalhymne findet jeden Tag kurz vor 8 Uhr statt und wird von Offizieren der Hongkonger Polizei durchgeführt. Wir haben es nicht nehmen lassen, dies anzusehen. Eher unspektakulär, aber mal was anderes. Wir dachten, dass mehr Touristen da sein werden, aber nebst etwa fünf Chinesen waren wir die Einzigen ☺.

Da das Frühstück in unserem Hotel eher „dürftig“ war, holten wir uns beim Starbucks was zu essen. Da wir unser Visum für Kambodscha beantragen mussten, fuhren wir wieder rüber und sahen uns die beiden Skylines (nochmal) an. Wow ☺.

Drüben angekommen schauten wir uns vom „Festland“ nochmal die gegenüberliegende Seite an. Sehr schön.

Gleich beim Fährenterminal steht der „Clocktower“. Dies ist ein Wahrzeichen Hongkongs und ist die letzte Erinnerung an den ehemaligen Bahnhof im Stadtteil „Kowloon“. Es erinnert eher an die europäische, bzw. britische Bauweise.

Anschließend gingen wir zur Kambodschanischen Botschaft. Diese war nicht so einfach zu finden. Umso einfacher war dann das Beantragen des Visum. Alles in allem hat es eine Stunde gedauert und wir konnten bereits mit Visum rauslaufen. Alles klar. Als wir auf unsere Pässe gewartet haben, sahen wir wer alles reinkam. Da waren bestimmt fünf chinesische Reiseleiter mit mindestens jeweils 30 Reisepässen und -anträgen. Wir wissen also was uns wohl in Angkor Wat erwarten wird.

Wieder draußen wollten die die „Avenue of Stars“ runterlaufen. Diese wurde jedoch grad komplett renoviert und war gesperrt. So liefen wir zum „Garden of Stars“, welcher unweit davon ist. Hier sind viele Handabdrücke von Chinesischen Stars. Nebst den Abdrücken gibt es von einigen auch Statuen, die wohl eigentlich bei der „Avenue“ stehen. Außer dem wohl allen bekannten „Bruce Lee“ kannten wir aber niemanden.

Nach einem Mittagessen unter Einheimischen, ging es zum „Jockey Club Innovation Tower“. Dies war wieder ein interessanter Instagram Foto Spot, den wir davor gesehen haben. Was wir zuerst nicht gewusst haben, dass dies ein Teil der Polytechnischen Universität ist. War auch so bemerkenswert, vor allem die Architektur und schauten uns auch generell rum, da viele kreative Arbeiten ausgestellt waren.

Da es sehr heiss war, gingen wir zurück ins Hotel und entspannten ein bisschen, bevor wir abends zur Dunkelheit wieder raus gingen. Die Beleuchtungen in dieser Stadt sind einfach unfassbar. Überall riesige Schilder, noch viele Neonlichter, jedoch wurden einige schon durch LED Leuchttafeln ersetzt.

Am nächsten Morgen wollten wir früh zum Vicoria Peak hoch. Da wir den Wecker leider noch nicht ganz so früh gestellt hatten und die Fahrzeit doch leicht unterschätzten, waren wir erst nach Sonnenaufgang oben. Leider hat uns der Uber Fahrer noch falsch rausgelassen und wir haben uns dazu noch verlaufen, dass wir dann praktisch keine Aussicht mehr auf die Stadt hatten, da die Sonne schon so hoch stand und durch den Smog nicht mehr viel sichtbar war.
Spontan fuhren wir mit dem „Peak Tram“ (Fahrtpreis HKD 37 p.P. / ca. 4,10 EUR) wieder runter. Richtig steil! Jetzt wissen wir, wie sich die steilste Drahtseilbahn der Welt anfühlt, stehen kann man da nicht!
Unten angekommen liefen wir durch das Finanzviertel…

… bis zum „Man Mo Tempel“, dem ältesten Tempel in Hongkong. Er ist ein bisschen unscheinbar und wir wären fast vorbeigelaufen. Es gibt drei sehr beeindruckende Räume, ich musste jedoch zwischendurch raus, da ich durch den starke Geruch / Duft von Weihrauch husten musste.

Nach dem Tempel fuhren wir wieder mit einem Uber (sehr praktisch und einfach in Hongkong) zum „Yick Cheong“ Building. Dies ist dadurch bekannt geworden, da hier eine Szene für einen „Transformer“ Film gedreht wurde.
Das beeindruckendste ist jedoch die Dichte der Menschen zu sehen, die da wohnt. Da können wir uns echt glücklich schätzen mit unseren gefühlt riesigen Wohnungen.

Der heutige Nachmittag stand im Zeichen von Gebäuden. Weiter wollten wir zum „Lai Tak Tsuen“, einem runden Gebäude. Die erreichten wir auch schnell mit dem Bus und fanden es schnell. Hier waren vor uns wohl aber schon zu viele Touristen, so dass wir schnell vom Pförtner wieder rausgebeten wurden. Ein Handyfoto gelang und kurz davor trotzdem noch.

Da der Tag noch jung war, wäre unser Plan gewesen, schwimmen zu gehen. In den vergangenen Tage sind wir immer wieder an vielen Sportplätzen und auch Schwimmbädern vorbeigelaufen. Google sagte uns, dass sich nicht unweit von unserem Hotel auch eins befand. Also Badesachen eingepackt und los ging es. Naja, Pläne zu haben ist immer gut. Wir haben es ziemlich schnell gefunden und wunderten uns, dass rundherum so wenig los war. Ja, der Indoor Pool befand sich grad in einer fast zwei Monate dauernden Sanierung und beim Outdoor Pool war grad der monatliche Reinigungstag. Also doch nix gewesen.

Am letzten Abend machten wir uns noch auf und gingen Richtung „Temple Street Night Market“. Dieser befindet sich in einer Nebenstraße in der Nähe der Nathan Road und war nicht unweit unseres Hotels. Unterwegs setzten wir uns noch in ein Restaurant, bzw. eher Straßen“lokal“. Hier lernten wir Ian und Glory aus England kennen. Ein super nettes und witziges Paar aus England. Ian war geschäftlich in Hongkong und seine Frau ist eben erst angereist um ihn zu besuchen.

To Ian and Glory: Hope you had a great day in Disney Land and enjoyed it! It was a pleasure to meet you and we wish you all the best! ☺

Nachdem wir noch durch den Markt geschlendert sind und unser obligates Souvenir gekauft haben, ging es wieder zurück ins Hotel und Rucksäcke packen, denn am nächsten Tag ging es Richtung Flughafen.
Dieses Mal fuhren wir nicht mit Uber, sondern mit dem Schnellzug (nach einmaligem Umsteigen) zum Flughafen. Super schnell, da kein Stau, und preislich viel günstiger als mit Uber (HKD 100 p.P. / ca. 11 EUR). Der Zug fährt ungefähr (je nach Tageszeit) alle 10 Minuten und ist in knapp 25 Minuten vom Zentrum am Flughafen.

Hongkong hat uns wirklich sehr gut gefallen. Auch hier hoffen wir nicht das letzte Mal gewesen zu sein, da es noch vieles zu entdecken gibt.

Tipps und Empfehlungen Hongkong

– Uber ist super in Hongkong, jedoch sind die öffentlichen Verkehrsmittel oft schneller und günstiger.
– Ein Besuch der Nathan Road mit seinem vielen Nebenstraßen und verschiedenen Märkten muss definitiv auf dem Plan stehen.
– Es gibt generell sehr viele interessante und schöne Gebäude/Tempel in der Stadt.
– Eine Fahrt mit der Fähre auf die jeweils andere Seite ist empfehlenswert um beide Seiten der Skyline zu sehen.
– Victoria Peak in der früh, wenn möglich vor Sonnenaufgang besuchen (muss mit Taxi/Uber gemacht werden, da das “Peak Tram” erst ab 7 Uhr fährt).
– Essen am Besten in kleinen Märkten, sehr günstig und lecker.

Mampf-Mafia-Challenge

Von ganz lieben Freunden () haben wir bei unserem Abschlussfest ein bereits teilweise vorausgefülltes Reisetagebuch erhalten. Darin enthalten ist für jedes geplant zu besuchendes Land eine Aufgabe, die wir hier jeweils kurz mit dokumentieren werden.

Die Aufgabe für Hongkong lautete: „Fotografiere Dich mit einer Smog-Maske“.

Wir hätten gedacht, dass mehr Leute mit Masken rumlaufen, da der Smog schon ziemlich stark ist. Dem war jedoch nicht so und die Leute schauten bisschen komisch. Aber nichts desto trotz, Aufgabe erledigt.

Next Stop: Indien

Subscribe