Neuseeland – Nordinsel

Mai 2018

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Wellington

So schnell ging es und die Zeit auf der Südinsel war vorbei. Aus Picton raus schlängelt sich die Fähre zuerst durch die Fjorde durch. Die Aussicht ist einfach wunderschön.

Nach guten 3,5h Stunden auf der Fähre, kamen wir in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, an.

Sogleich erwartete uns ein ziemlich starker Wind. Wie überall schon zu lesen ist, ist es in Wellington anscheinend immer sehr windig.
Da es noch früh war, konnten wir gleich einiges erledigen. Als erstes mussten wir etwas drucken und gingen zur Stadtbibliothek. Schon gleich begegneten wir ziemlich schrägen Menschen. Es bestätigte sich gleich, dass es die Stadt der Künstler sein muss☺.
Mit allen Unterlagen machten wir uns dann auf den Weg zur Malaysischen „Hohen Kommission“ um das Visum zu beantragen.

Nach Abgabe der Dokumente schauten wir uns kurz die Innenstadt bisschen an. Wirklich groß ist Wellington nicht. In der „Cuba Street“, wo es viele Läden, Cafés und Restaurants gibt, genossen wir einen Kaffee, da es anscheinend in Wellington den weltbesten Kaffee geben soll.

Bei iSite erfuhren wird, dass es tatsächlich quasi in der Stadt einen Platz geben soll, wo man “Freedom Camping” kann. Hätten wir nicht erwartet, da wir es anders gekannt haben. So fuhren wir durch den Tunnel unter dem „Mount Victoria“ schön durch den Feierabendverkehr uns suchten uns da in der Marina zwischen schon einigen anderen Campern einen Platz. Nicht einfach, denn es waren schon einige da.

Unsere erste Nacht auf der Nordinsel war richtig „warm“. Nachdem wir uns fast nur einstellige Temperaturen in der Nacht gewohnt waren, war es mit gut 15 Grad einfach nur angenehm. Geweckt wurden wir von startenden Flugzeugen, da der Flughafen nicht mehr weit ist. Da unser 10km Wettkampf bald war, waren wir kurz laufen und haben uns so den Hafen angeschaut.

Danach fuhren wir gleich zum „Te Papa“ Museum (Gratiseintritt), dem Nationalmuseum Neuseelands. Obwohl wir beide keine großen Museumsfans sind, waren wir total begeistert. Es gibt verschiedene Bereiche, natürlich darf da auch die Maori Kultur nicht fehlen. Echt super gemacht. Am meisten beeindruck hat uns die Ausstellung über den ersten Weltkrieg, als die Australier und Neuseeländer Großbritannien in der Türkei unterstützen: “Gallipoli: The scale of our war”. Unfassbar gut gemacht, vor allem die 2,4x größeren Wachsfiguren von 8 Erzählern. Absolut beeindruckend wie gut und lebensecht diese gemacht wurden.

Irgendwie sind wir generell in Neuseeland bisschen dem Shoppingwahn verfallen. Beide Male, als wir auf der jeweiligen Insel frisch angekommen sind, haben wir geshoppt. Auch hier in Wellington wollten wir in einem Laden nur was schauen, und sind beide mit neuen Kleidern raus. Das Paket aus Auckland nach Hause wir immer grösser☺.

Vollbepackt ging es am Nachmittag zum „Cable Car“ (Hin- und Rückfahrt NDZ 7,50 p.P. / ca. 4,45 EUR). Diese Bahn hat früher um Anfang des 20. Jahrhunderts den unteren Teil der Stadt (welcher damals noch nicht zu Wellington gehörte) mit dem oberen Teil verbunden, bis es irgendwann fast nur noch eine Touristenattraktion geworden ist. Denke doch, dass noch ein paar Einheimische es nutzen (so kam es uns zumindest vor), aber das meiste waren Touristen.

Oben angekommen hat man einen wunderschönen Überblick über die Stadt und kann durch den Botanischen Garten schlendern.

Bevor wir wieder runtergefahren sind, schauten wir kurz das „Cable Car Museum“ an, welches gleich neben der Station ist. Das Museum selber ist sehr klein. In der Mitte steht eine alte Bahn, wenn ich es richtig gesehen habe, die letzte die noch gefahren ist. Rundherum kurz und knackig beschrieben, wie es entstanden ist und Berichte über den Bau und Umbau. An sich sehr interessant und kurzweilig gestaltet.

Danach ging es ganz schnell wieder zur Malaysischen „Hohen Kommission“, wo wir das Visum für Malaysia abholen konnten. Es war bedeutend einfacher als gedacht und so können wir nun bislang unseren weiteren Reiseplan einhalten.

Als wir dann wieder zum Schlafplatz gefahren sind, bemerkten wir, dass es ein „Aquatic Center“ gleich gegenüber gibt. Da wir seit La Paz, bzw. Rio (im Meer), nicht mehr wirklich schwimmen waren, wussten wir schon, was wir am nächsten Morgen in der Früh machen.

Gesagt getan. Das Becken ist 25x50m groß und jeweils in der Früh, meist bis 8.30 Uhr wird längs geschwommen, also über die ganzen 50m. Danach wird quer geschwommen. Verstehen muss / kann ich dies nicht, aber so waren wir rechtzeitig da, um über die ganze Länge zu schwimmen. Es tat sehr gut und habe mich schon lange nicht mehr so auf das Wasser gefreut. Vor allem auch die Dusche danach, mal nicht die kleine, enge Dusche im Camper, war richtig gut ☺ .

Bevor es dann weiterging, machten wir einen Zwischenstopp in den „Weta caves“. Ein Filmstudio, bzw. „Workshop“ wo viele Kulissen und Requisiten für Filme hergestellt werden.
Bekannt wurden sie vor allem durch „Herr der Ringe“ und “Hobbit!, weil sie für diese Filme praktisch alles gemacht haben.

Gleich zu Beginn der Tour (Eintritt NZD 28 / ca. 16,60 EUR) erfuhren wir, wo sie auch noch, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Finger im Spiel hatten. Für erstaunlich viele Filme stellen sie Filmwaffen, Kostüme und ähnliches her. Dies geht über nur eine Waffe für einen Film bis zu den gesamten Kulissen oder Requisiten. Wir waren erstaunt, für wie viele Filme sie was gemacht haben. Leider durften wir während der Tour keine Fotos machen.

Palmerstown North / Napier

Nach dieser interessanten Tour fuhren wir Richtung Napier. Wir hielten spontan in Palmerstown North an, als wir ein Straßenschild mit „Rugby Museum“ gesehen haben. Da die Dämmerung sowieso schon angefangen hat, war es perfekt und wir hatten somit schon einen Plan für den nächsten Tag.

Palmerstown North ist eine Universitätsstadt wo die „Massey University“ ist, die größte Universität Neuseelands. Man erkennt es sehr leicht, da überfall „Fahnen“ der Uni hängen.
Das Rugby Museum ist nicht ganz leicht zu finden und nach mehrfachem Fragen haben wir es dann doch gefunden. Es ist ein Teil des „Te Manawa Museum Complex“, zu welchem man freien Eintritt hat. Das Rugbymuseum (Eintritt NZD 12,50 / ca. 7,40 EUR) führt die Besucher durch die Geschichte des Sportes und ist schön gestaltet. Es man sieht woher es stammt und wie es verändert wurde. Es sind viele Originaltickets, Trikots und weiteres ausgestellt.

Anschließend fuhren wir weiter bis Napier, wo wir unsere Startunterlagen für den 10km Wettkampf am nächsten Tag abholten. Bisschen aufgeregt, aber freuend wieder mal einen Wettkampf zu bestreiten, liefen wir mit unserem „Goodie Bag“ zurück zum Auto.

Auf der Nordinsel ist uns aufgefallen, dass es wesentlich einfacher ist einen „Freedom Camping“ Platz zu finden als im Süden. Oftmals kann man hier gar in der Stadt, oder zumindest in der Nähe über Nacht stehen bleiben. Nachdem wir einen guten Platz gefunden haben, fingen wir an uns vorzubereiten. Noch haben wir nicht alles vergessen und waren schnell fertig und bereit für den nächsten Tag. Die Nacht war bislang eine der wärmsten und das erste Mal war uns sogar zu warm unter der Bettdecke. Etwas, was ich im Camper noch nicht erlebt habe☺.

In der Früh, nachdem wir gut gefrühstückt haben, machten wir uns auf den Weg zum Start. Da wir extra früh dran waren, waren wir dann auch fast die ersten und konnten praktisch gegenüber der Startlinie parken. Wunderschöne Stimmung kurz bevor die Sonne aufging und die große Masse an Athleten kam.

Der Lauf war hart und der Untergrund machte es nicht einfacher. Wir waren, bzw. sind es eher gewohnt auf schönem Asphaltuntergrund zu laufen. Hier liefen wir aber durch die Weingüter, somit oft über Kieswege, Wiese oder auch richtige Steinwege, fast bisschen Traillauf mäßig. Im Ziel angekommen waren wir aber soweit beide happy mit der Zeit, da sie auch für fast 10,5km gar nicht sooo schlecht war. Nach der Zielverpflegung gab es für jede/n Teilnehmer/in ein Plastikglas, wo man sich beim Weinstand ein Glas Wein einschecken lassen konnte. Bisschen komisch um 9 Uhr in der Früh, aber nach dem Lauf hat es trotzdem geschmeckt ☺ .

Sebastian holte sich sogar den zweiten Rang in seiner AK und gewann eine Flasche Wein des Weingutes, wo das Ziel war.

Lake Taupo

Glücklich fuhren wir anschließend gleich nach Taupo, wo es richtig zu regnen begann. Eigentlich wollten wir am Tag drauf das „Tongariro Alpine Crossing“ machen und informierten uns guter Hoffnung bei iSite. Sie meinten jedoch, dass es für die nächsten beiden Tage eher schlecht aussieht und die Busunternehmen die Transfers teilweise schon storniert haben.

Aus der Stadtbesichtigung am Nachmittag wurde dann nichts und wir erholten uns lediglich vom Lauf.

Es regnete die ganze Nacht und auch in der Früh sah es nicht besser aus. Da es Sonntag war, waren die Cafés schon gut besetzt, doch wir fanden einen Platz und machten Pläne für den Tag, da es nicht besser zu werden schien. Es gibt ein Museum über die Vulkane und Thermischen Quellen, welches sich sehr spannend anhörte. Wir wollten schon los, da sahen wir, dass der Himmel aufging. Plötzlich kam die Sonne und wir schmissen unsere Pläne hin und machten lieber einen Spaziergang am wunderschönen See – es ist der größte Neuseelands. Durch den Nebel konnten wir teilweise auch fast das andere Ende sehen.

Kurze Zeit später kam dann sogar die Sonne hervor und der Himmel wurde blau.

Am See gibt es einen kleinen Golfstand wo man sein Glück versuchen kann, 10´000 NZD zu gewinnen, „Hole in One“(Bucket mit 18 Ball NZD 15 / ca. 8,90 EUR) . Man müsste lediglich den Ball direkt in ein 102m entferntes Loch schlagen. Sebastian versuchte sein Glück, wir müssen aber wohl trotzdem weiter von unseren Ersparnissen leben ☺ .

Da die Sonne richtig schön wärmte und der Nachmittag so schön war, entschlossen wir spontan einen kleinen Lauf am See zu machen. Nicht schlecht, welche Häuser man da sieht, direkt am See. Am interessantesten waren aber die heißen Quellen, die da direkt in den See fließen. Man sieht immer wieder kleine Rauchwolken am Rand wo sie reinfließen. Richtig heiß und drum herum ist das Wasser angenehm warm.

Am nächsten Morgen schaute das Wetter gar nicht so schlecht aus, und der Sonnenaufgang mit der feuchten Luft des Vortages sah am See einfach wunderschön aus.

Da wir das „Tongariro Alpine Crossing“ leider nicht machen konnten, entschieden wir uns für einen anderen Wanderweg um den See, den „W2K“ – Whakaipo Bay bis Kinloch. In der Broschüre irgendwie bisschen anders beschrieben als er wirklich war, aber nichts desto trotz liefen wir los. An sich ganz nett. Es ist ein gemischter Wander- und Bikeweg. Da es die Tage doch geregnet hat, war es relativ matschig. Da doch ein paar Biker unterwegs waren, war es nicht ganz so einfach. Der Weg verläuft soweit fast nur im Wald und man sieht nicht wirklich viel. Wir liefen bis zum ersten Look out, assen da Mittag und liefen dann wieder zurück.

Schon beim Hinfahren zum Start des Wanderweges ist uns aufgefallen, dass man hier auch schlafen kann. So entschieden wir uns spontan zu bleiben. Weil es doch noch früh war und die Sonne schien, sprangen wir kurz in den See. Da es hier direkt leider keine Thermalquellen gibt, war es dann doch eher „frisch“. Die Dusche danach dafür umso angenehmer und verdienter.

Am frühen Morgen genossen wir ein absolut ruhiges Frühstück, mal wieder draußen, auf der großen Wiese, wo wir tatsächlich ganz allein geblieben sind. Dieser Platz wird nirgends angezeigt und bei iSite auch nicht erwähnt, schade.

Rotorua

Danach fuhren wir die Stunde nach Rotorua, der Stadt der Thermalquellen. Tatsächlich kann man schon am Stadtrand den Schwefelgeruch riechen. In Rotorua besuchten wir gleich als erstes ein Maori Dorf welches wir uns davor ausgesucht haben, da es natürlich auch hier von Angeboten wimmelt. Die meisten finden jedoch abends statt und gehen bis spät in die Nacht rein.
Wir nahmen den Weg gemütlich und tankten unterwegs noch. Kurz vor 10 Uhr kamen wir an und konnten gleich an der 10 Uhr teilnehmen, lief ja wie am Schnürchen. Wir besuchten das „Whakarewarewa – The Living Maori Village“ (Tour ohne Essen NDZ 40 p.P. / ca. 23,70 EUR). Der Tourguide, ein Mitglied der Familie, begrüßte uns und erklärte die einzelnen Teile des Dorfes.

Er ist selber da aufgewachsen und hat sehr vieles von seiner Grossmutter gelernt, bei welcher er aufgewachsen ist. Sehr spannend und kurzweilig gemacht. Vom Dorf aus sieht man auf zwei sehr aktive Geysire. Wir hatten grad das Glück, dass sie „ausbrachen“. Wow, mit welcher Kraft da das heiße (!!) Wasser in die Luft schießt.

Er zeigte uns auch das Bad, wo die Leute vor und nach der Öffnungszeit baden und sich waschen. Das Dorf ist auf keinen Fall nur eine Ausstellung in dem Sinne, es leben wirklich noch Menschen da und halten gewisse Traditionen ein. Natürlich ist vieles für den Tourismus gemacht wie zum Beispiel die beiden Souvenirläden und das Café.

Da wir grad noch die Vormittagstour gemacht haben, sahen wir, wie das Essen (welches auch verkauft wird), „gekocht“ wird. Sie nutzen die heissen Dämpfe der Thermalquellen und dämpfen eigentlich alles. Das Gemüse wird in einem Becken, welches ca. 96 Grad hat direkt gekocht. Man muss es anschließend nicht mal würzen, da es durch die Mineralien im Thermalwasser schon leicht gesalzen und gewürzt ist. Der Duft hat uns umgehauen und tatsächlich kauften wir uns danach (schließlich war Mittagszeit ☺) ein Menu um es zu probieren. Muss sagen, es war wirklich sehr gut und super lecker, hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Das Dorf kann man auch ohne Tour besuchen (diese ist jedoch im Preis inbegriffen). Es gibt täglich noch zwei Shows, welche sich nach den Touren richten und direkt anschließend stattfinden. Dies ließen wir uns nicht entgehen. Hier werden Lieder gesungen, Tänze vorgeführt und die Kultur bisschen erklärt. Dauert nicht lang und war ganz nett. Auch das Publikum wird mit einbezogen, aber zum Glück nicht lange☺.

Nach der Show liefen wir noch bisschen im Dorf rum und schauten uns die Ecken an, die man in der Tour nicht besucht, er uns aber noch empfohlen hat, wie zum Beispiel den Friedhof. Leider fing es immer stärker an zu regnen, so dass wir uns bald in unseren Camper verzogen.

So haben wir uns schon früh auf die Suche nach einem Schlafplatz gemacht. Fündig wurden wir beim “Lake Tarawera”. Es gab da einen Platz mit einem Café, welches aber grad geschlossen hatte. Da wir kein “No Camping” Schild gefunden haben, blieben wir mal da. Im Verlaufe des Abends gesellten sich noch zwei weitere Camper zu uns. Ob man da wirklich schlafen durfte, oder ob sie dachten man darf, weil wir schon da standen, wissen wir nicht ☺.

Die ganze Nacht hatte es geregnet und wir hatten nicht viel Hoffnung auf einen trockenen Tag. Doch in der Früh sah es gar nicht so schlecht aus.

Am Vortag sahen wir, dass man um den „Blue Lake“ in der Nähe einen schönen Spaziergang komplett um den See machen kann. So fuhren wir dahin. Daneben gibt es noch einen zweiten See, den „Green Lake“. Beim Parkplatz gibt es eine kleine Erhöhung, wo man auf die beiden Seen sehen kann. Da das Wetter ok, aber nicht so gut war, konnten wir den Unterschied nicht wirklich sehen ☺. Der grüne See gehört einem Maori Stamm und ist für diesen heilig, aus diesem Grund darf man drauf weder Boot fahren, drin schwimmen, geschweige denn fischen.

Wir liefen los und der Weg war soweit ganz gut. Es fing jedoch wieder an leicht zu regnen. Durch die Bäume waren wir aber gut geschützt. Wegen der Feuchtigkeit gab es eine ganz spezielle und schöne Stimmung.

Als wir „oben“, also am anderen Ende des Sees waren als unser Auto stand, fing es richtig an zu regnen.

Also liefen wir so schnell es ging zurück zum Camper. Leider ging die zweite Hälfte des Weges fast nur der Straße lang, so dass es nicht mehr so ruhig war, wir aber vor allem auch nicht mehr durch die Bäume geschützt waren ☺ .

In Rotorua kann man vieles draußen machen, oder man geht in eines der Thermalbäder und genießt ein Bad in den Thermalquellen. Da es nicht aufhörte zu regnen entschieden wir uns für zweiteres und genossen eine gemütlichen Nachmittag im Polynesian Spa (Eintritt NZD 30 / ca. 17,80 EUR).

Nachdem alle „Freedom Camping“ Plätze beim Spa besetzt waren, wollten wir eigentlich nochmal beim See schlafen. Der war jedoch genau in die andere Richtung, wo wir am nächsten Tag hinmussten. So fuhren wir raus aus der Stadt in Richtung Auckland um uns ein letztes Mal einen Schlafplatz zu suchen. Bei iSite wurde uns nicht wirklich weitergeholfen, also schauten wir selber. Auf dem Weg sahen wir plötzlich bei einem Sportplatz ein paar Wohnmobile stehen. Also fuhren wir hin und schliefen da. In der Früh sahen wir, dass wir in der Nähe eine Kläranlage geschlafen haben☺. Doch der Schwefelgeruch der Quellen überwog auf jeden Fall, wir hatten es nicht mal gemerkt wo wir angehalten haben.

Spontan fuhren wir in der Früh nochmal an den Rand von Rotorua zum See und liefen eine kurze Runde bei einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Von Rotorua ging es danach direkt nach Matamata zum Filmset von „Herr der Ringe“ – „Hobbiton“. Das war auf jeden Fall etwas, dass ich unbedingt sehen wollte auf der Nordinsel.
Wir dachten, man kann auch einfach so rein und rumlaufen, dies geht jedoch nicht. Die Wegweiser nach „Hobbiton“ führen nur zu einem Parkplatz wo man die Tickets zur Tour kaufen muss (Eintritt NZD 84 / ca. 50,40 EUR). Von da geht es ca. 10 Minuten mit dem Bus zum wirklichen „Movie Set“. Von der Straße aus hat man absolut keine Chance irgendwas zu sehen.
So läuft man mit einem Tourguide durch das Dorf und hört interessante Geschichten. Da wir in Wellington bereits in den „Weta Caves“ waren, beim Studio welches für das meiste hier verantwortlich ist, wussten wir bereits einiges. Spannend war es dann aber, die Sachen in echt zu sehen. Absolut erstaunlich was die alles gebaut haben. Peter Jackson wollte, dass es so authentisch wie möglich aussieht, also ließ er 45 Hobbithöhlen bauen, ohne zu wissen, ob die auch alle überhaupt gefilmt werden. Es sollte einfach wie ein Dorf aussehen, was es definitiv tut. Von all den Höhlen sind die meisten aber nur „Türen“ und es geht gar nicht rein.

Über die bekannte Brücke ging an der Festwiese vorbei zum „Green Dragon“.

Im Ticketpreis inbegriffen ist auch ein Getränk im „Green Dragon“. Dies wurde nach den Dreharbeiten weiter ausgebaut und fungiert tatsächlich als Café/Restaurant. Die Scones sind wahnsinnig lecker☺.

Nach zwei Stunden fährt man mit dem Bus wieder zum Parkplatz und in die reale Welt zurück☺. Da wir nicht damit gerechnet haben, dass es so lange dauert, mussten wir uns langsam beeilen, damit wir rechtzeitig nach Auckland kommen, um unseren Camper abzugeben.

Den Camper sollten wir mit geleertem Abwasser und leerer Toilette abgeben, also hielten wir unterwegs bei jeder Tankstelle an, und schauten ob die eine „Dump Station“ haben um zu entleeren. Dies brauchte natürlich jedes Mal Zeit und unsere Zeitreserve schrumpfte dahin. Irgendwie gibt es zwischen Matamata und Auckland einfach keine „Dump Station“ mehr. So fuhren wir 5 Minuten vor Schließung bei der Abgabestation rein und waren nur noch froh, dass wir es geschafft haben. Leider gibt es direkt in der Station auch keine Entleerstation (wieso auch immer?) und wir mussten eine „Strafe“ dafür bezahlen. Nicht wenig, aber wir hatten leider keine andere Möglichkeit.
Bei der Übergabe zu Beginn wurde uns leider nicht gesagt, dass wir am Schluss noch eine Dieselsteuer pro gefahrenen Kilometer bezahlen müssen. So standen wir da, atmeten tief ein und zückten die Kreditkarte. Alles ging schnell und wir konnten und gar nicht mehr richtig von „Kiwi“ verabschieden.

Netterweise wurde uns doch noch ein Taxi bestellt, damit wir zum AirBnB fahren konnten. Da die Station aber nun schloss und die Mitarbeiter Feierabend hatten, wurden wir im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür in den Regen gestellt, wo wir noch 15 Minuten auf unser Taxi warten durften. Leider hatten wir weder bei der Abholung noch bei der Abgabe generell gute Erfahrungen mit der Firma gehabt, so dass wir sie auch nicht weiter empfehlen können.

Auckland

Durchnässt aber froh, dass wir (fast) alles doch noch geschafft haben, sind wir dann im AirBnB angekommen. Dies hatten wir relativ spontan mal unterwegs irgendwo gebucht und es was bislang das Beste, dass wir je hatten.
Im seinem Garten hat ein nettes, älteres Pärchen eine kleine Ein-Zimmer Hütte mit Küche und Bad aufgebaut. So liebevoll und perfekt eingerichtet. Wir richteten uns nur noch ein, legten die Kleidung zum Trocknen hin und planten unseren Aufenthalt in Auckland.

Die Unterkunft lag doch bisschen außerhalb, aber da sich das Wetter am nächsten Tag von seiner besseren Seite zeigte, beschlossen wir zu Fuss in die Stadt zu laufen. Unterwegs entdeckten wir eine „German Bakery“. Wir konnten natürlich nicht ohne eine Breze da raus.

Via Harbour Bridge und liefen wir zum riesigen Hafen mit unzähligen Segelschiffen und Yachten. Aus Spaß hielten liefen wir beim Verkaufsbüro vorbei und schauten uns die im Schaufenster ausgeschilderten Boote zum Verkauf an. Teilweise gar nicht so teuer wie erwartet. Da wir aber in Taupo beim Golf kein „Hole in One“ geschafft haben, träumten wir nur bisschen und liefen dann weiter Richtung Stadt.

Bis zum Skytower war es nicht mehr weit. Wir fuhren mit dem Aufzug (Eintritt NZD 29 / ca. 17,20 EUR) hoch und genossen die Aussicht auf die Stadt.

Im Turm gibt es drei Ebenen, die man besuchen kann. Als erstes auf der „untersten“ wo man schon einen guten Ausblick hat. Dann gibt es ein Restaurant und zum Schluss die höchste Ebene, wo man sogar auf Glasplatten stehen kann und direkt runterschauen kann. Für mich eine Herausforderung, aber doch kurz geschafft.

Leider fing es dann doch noch an zu regnen und wir gingen nur noch zum Ticketschalter in der Stadt um Tickets für ein Rugby Spiel am nächsten Abend zu kaufen. Zu unserem großen Glück gab es ein Rugbyspiel im „Eden Park“, DEM Nationalstadion Neuseelands. Als hätten wir es geplant, spielten wieder die „Crusaders“ (die Mannschaft aus Christchurch), diesmal gegen die heimische Mannschaft aus Auckland, den „Blues“.

Die Stadt Auckland befindet sich ist auf 53 ehemals aktiven Vulkanen, aus diesem Grund ist sie auch ziemlich hügelig. Es gibt auch noch einige ehemalige Krater, wo man auch eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen kann. Der bekannteste ist der Mount Eden. Beeindruckend wenn man da am Rand läuft und runter schauen kann. Sehr schöne Kulisse. Teilweise fühlten wir uns bisschen wie im Münchner Olympiapark mit dem Turm (Skytower) im Hintergrund☺.

Da wir beim Ticketkauf schon gewusst haben, dass es am Abend regnen wird, haben wir überdachte Plätze für das Rugbyspiel gekauft und waren sehr froh drüber. Es regnete ziemlich stark als wir ankamen.
Das Stadion ist riesig und es war super beeindruckend. Da, zeitversetzt, an diesem Tag die Hochzeit von Prinz Harry und Meghan stattfand, wurden tatsächlich Gesichtsmasken mit ihren Gesichtern verteilt und es lief ein Banner mit Glückwünschen.

Das Spiel war sehr spannend, da es zwei der besseren Mannschaften der Superugby-League sind.

Unsere Zeit in Neuseeland nahm nun langsam aber sicher ein Ende.
Am letzten Tag zeitig aufgewacht, wollten wir nur kurz einchecken, bevor wir mittags zum Flughafen fahren mussten, da unser Flug um 14 Uhr sein sollte. Zum Glück haben wir geschaut, denn es gab eine Änderung im Flugplan (generell), welche uns leider nicht mitgeteilt wurde. Unser Flug war um 2,5 Stunden, zum Glück nach hinten, verschoben worden. So hatten wir also doch noch bisschen mehr Zeit. Netterweise durften wir unser Gepäck im Zimmer lassen und gingen in die „German Bakery“ zum Mittagessen. Da genossen wir Frikadellen, Nürnburger Würste und zur Nachspeise einen Berliner und Streuselkuchen. Ein bisschen „Heimat“ nach bald 4 Monaten weg von zu Hause. Natürlich wäre ein Schweizer Fondue mehr Heimat für mich gewesen, aber hat so auch gepasst☺.

Neuseeland ist grandios und hat wahnsinnig viel zu bieten. Die lange Zeit hier haben wir absolut genossen und hoffen, dass wir mal zurück kehren können, um noch mehr zu sehen als wir sowieso schon gesehen haben.

Tipps und Empfehlungen Neuseeland mit dem Camper:

– Absolut der Beste Weg Neuseeland zu entdecken ist selber mit einem Wohnmobil zu fahren. Es gibt so wunderschöne kleine Flecken, wo man dann spontan anhalten oder auch schlafen kann.
– Wenn man mit dem Wohnmobil nicht immer in Campings schlafen will, unbedingt darauf achten, dass man einen Camper mit Toilette bucht / kauft (=”Self contained”). Ansonsten ist es nicht legal „wild“ zu schlafen.
– Bei iSite der jeweiligen Stadt informieren, wo es die “Freedom Camping” Plätze gibt. Meistens wissen diese gut Bescheid und geben zumindest mal eine Richtung. Trotzdem die Augen offen halten für das blaue Zeichen. Hatten das Gefühl, uns wurden nicht immer alle Plätze genannt und oft dann auch gesagt, wo die “Holiday Parks” sind.
– Mindestens vier Wochen für beide Inseln einplanen. Es gibt so vieles zu tun. Am besten drei Wochen nur für die Südinsel.
– Auf keinen Fall grüne Toiletten-Tabletten (Bio) aufschwatzen lassen, sondern die blauen nutzen. Die grünen haben leider ihre Wirkung verfehlt.

Tipps und Empfehlungen Neuseeland – Nordinsel

– Auf jeden Fall in Wellington vorbeischauen. Die Stadt hat uns sehr gefallen. Obwohl es eine Hauptstadt ist, hat es trotzdem einen ganz nettes Flair und wirkt überhaupt nicht hektisch.
– In Wellington das „Te Papa“ Museum ist nicht umsonst eines der besten 500 Museen der Welt. Unbedingt den Teil über den ersten Weltkrieg besuchen, falls der noch ausgestellt ist: “Gallipoli: The scale of our war”. Eigentlich ist es eine temporäre Ausstellung, doch sie kommt so gut an, dass sie immer verlängert wird und eventuell bleiben wird.
– Auch noch in Wellington mit dem „Cable Car“ auf den Berg hochfahren, die Aussicht genießen und das kleine Museum oben besuchen (freier Eintritt). Wenn Zeit vorhanden, kann man wieder runterlaufen oder dann runterfahren.
– Den “Tongariro Alpine Crossing” in Taupo bewandern. Hat bei uns leider nicht geklappt, soll aber eine der schönsten Wanderungen Neuseelands sein. Ausserdem wurde dort „Mordor“ für „Herr der Ringe“ gedreht.
– In Rotorua auf jeden Fall ein Maori Dorf und Thermalquellen besuchen „Frischer“ kann man das warme Wasser gar nicht haben. Die Quellen haben aber auch starke Dämpfe. Auf jeden Fall den Schmuck „daheim“ lassen. Mein Schmuck hat sich leider nur durch die Dämpfe (im Wasser hatte ich ihn ausgezogen) verfärbt.
– Für „Herr der Ringe“ Fans ist der Besuch des Filmsets ein Muss. Auch für alle anderen sehenswert. Das Set ist mit viel Liebe zum Detail gemacht und die Tour sehr erfrischend.
– Vom Skytower in Auckland hat man einen super Ausblick auf die Stadt. Wenn man kein Geld dafür bezahlen will, kann man auch auf einen der Vulkane, zum Beispiel, Mount Eden, hoch und die Aussicht genießen.
– Sportbegeisterte sollten sich auf jeden Fall ein Rugby Spiel im „Eden Park“ anschauen. Wenn möglich von den „All Blacks“, die bei uns leider grad in der Saisonpause waren.

Mampf-Mafia-Challenge

Von ganz lieben Freunden (☺) haben wir bei unserem Abschlussfest ein bereits teilweise vorausgefülltes Reisetagebuch erhalten. Darin enthalten ist für jedes geplant zu besuchendes Land eine Aufgabe, die wir hier jeweils kurz mit dokumentieren werden.

Die Aufgabe für Neuseeland lautete: „Besuche ein Rugby Spiel.“

Da wir noch nicht genug hatten, besuchten wir nach Christchurch nochmal ein Rugbyspiel in Auckland. Musste fast sein, denn das Stadion ist einfach riesig und absolut beeindrucken. Absolutes Hammer Spiel mit viel Action beider Teams wo es zum Ende hin nochmal knapp wurde.

Next Stop: Fidschi

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