Neuseeland – Südinsel

April - Mai 2018

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Christchurch

Nach einem knapp 13 stündigen, aber sehr angenehmen Flug mit Air New Zealand (leider nicht mit dem Hobbit Flugzeug) sind wir über eine Stunde zu früh in Auckland angekommen. Dieser Flug war einer des Gesamtpaketes, welches wir vor Beginn der Reise im Reisebüro gebucht haben. Damals hatten wir noch nicht alles geplant und wussten wir nicht, dass wir in Christchurch starten wollen. So haben wir später einen separaten Flug, mit entsprechender Reserve, gebucht. Also hatten wir über 5 Stunden Aufenthalt am nationalen Flughafen von Auckland. Leider gibt es da nicht wirklich viel zu tun. Wir frühstückten gemütlich, spielten Karten und versuchten nicht einzuschlafen, da es doch immer noch morgens war. Nach längerem Warten konnten wir dann unser Gepäck einchecken und durch die Security gehen. Wir hatten ziemlich viel Handgepäck, welches eigentlich auf diesem Inlandflug nicht erlaubt gewesen wäre. Irgendwie haben wir es aber doch geschafft, dies ins Flugzeug zu bringen ☺.
Kurze Zeit später landeten wir schlussendlich ziemlich turbulent in Christchurch. Sehr windig da.

Am Flughafen gab es keine Uber, deswegen fuhren wir mit dem Bus (8,50 NZD p.P. / ca. 5 EUR) in die Stadt, was auch eine sehr gute Alternative ist, da dieser mehr oder weniger direkt fährt und im Zentrum hält. Wir hatten das Glück, dass unser Hotel gleich da in der Nähe war.
So kalt wie erwartet war es gar nicht in Christchurch. Wir checkten gleich im Hotel ein, machten uns “frisch” und zogen los in die Stadt um die Umgebung zu erkunden. Wegen des Erdbebens ist die Stadt eine ziemlich große Baustelle mit vielen neuen und modernen Gebäuden. Die Kathedrale (ehemaliges Wahrzeichen der Stadt) wurde leider sehr in Mitleidenschaft gezogen und steht halb zerstört da. Die Leute sind sich nicht einig, ob sie Wiederaufgebaut werden soll, oder als Zeichen so bleiben soll.

 

Wir liefen bisschen ziellos durch die Stadt und genossen einen schönen Herbsttag. Da wir wussten, dass wir die nächsten fast vier Wochen im Wohnmobil verbringen werden, haben wir uns nochmal ein paar wärmere Kleidung gekauft, worüber wir später sehr froh waren. Ein absolut perfekter Kauf waren dicke Merino-Socken, die wir am „Cathedral Square“ gekauft haben.

Wie jeden Freitag findet am „Cathedral Square“ der „Friday Street Food Market“, ein kleines „Foodfestival“, statt, wo wir uns gleich ein leckeres Abendessen kauften.
Zurück im Hotel Abend machten wir uns mal wieder einen Plan, was wir in der Stadt, dieses Mal nicht ziellos, noch alles anschauen wollen.

Weil wir am nächsten Tag noch Jetlag hatten, waren wir sehr früh wach und wohl die ersten beim Frühstück. Gar nicht so schlecht, denn so blieb uns mehr Zeit für die Stadtbesichtigung.
Als erstes gingen wir jedoch in ein Einkaufszentrum, wo es „All Blacks“ T-Shirts gab. So ging es nicht lang und zwei Shirts und ein “bisschen” Kleingeld wechselten den Besitzer ☺. Mit einem Kaffee gestärkt (Koffein war an diesem Tag sehr wichtig ☺) ging es nochmal an der Kathedrale vorbei bis zur Regent Street, die erstaunlicherweise vom Erdbeben praktisch komplett verschont blieb. Wunderschöne Straße, die sehr an England erinnert.

Hier gibt es viele kleine Restaurants mit guten Mittagsmenus, was wir gleich ausnutzten und uns unter die Einheimischen mischten.
Da Christchurch aktuell eigentlich komplett nochmal aufgebaut wird, gibt es sehr viele Baustellen, aber auch schon viele neue schöne Ecken. Man sieht, dass es ihnen wichtig ist, die Stadt möglichst grün zu lassen. Außerdem gibt es viele “Ruhe”ecken bzw. Oasen und schöne Spielplätze für Kinder.

Zurück im Hotel legten wir uns nochmal bisschen hin, damit wir für den Abend wieder fit waren, denn wir hatten Tickets für ein Rugby Spiel im „AMI Stadium“, wo manchmal auch die „All Blacks“ spielen.

Leider fing es an zu regnen als wir zum Stadion wollten, also nahmen wir ein Uber dahin. Der Regen lässt die Leute aber nicht aus der Ruhe bringen und schon beim Eingang herrschte gute Stimmung. “Crusaders” Fahnen wurden verteilt und die Leute waren einfach gut drauf.
Da am 25. April der „ANZAC Day“ ist, der Tag an dem man den gefallenen Neuseeländer der beiden Weltkrieg gedenkt, gab es eine Schweigeminute und leider keinen Haka Tanz. Es spielten die Einheimischen „Crusaders“ gegen die „Sunwolves“ aus Tokio. Die „Crusaders“ haben Pferde als Symboltiere, als der Stadionsprechen sagte, dass nun die Reiter kommen, dachte ich zuerst an einen Witz, aber es kamen tatsächlich Ritter auf Pferden ins Stadion geritten und machten ein paar Runden. Die Menge tobte und die Stimmung war grandios.

Rugby ist ein absolut harter Sport wo sich die Spieler überhaupt nicht schonen. Auch als ein halber Windsturm kam und es anfing zu Hageln wurde nicht unterbrochen sondern knallhart weitergespielt.

Die „Crusaders“ gewannen das Spiel und nachdem wir durch die Müdigkeit anfingen zu frieren, waren wir dann froh im warmen Hotelbett zu sein.

Für den letzten Tag in Christchurch haben wir uns die Fahrt mit der Tram (Kombi-Ticket mit der Gondel 48 NZD p.P. / ca. 29 EUR) aufgehoben. Dies sind alte Wagen welche eine schöne Tour durch die Stadt machen und man hört einige Infos zu den Sehenswürdigkeiten.

Da wir am Vortag schon den letzten Teil der Tour gesehen haben, stiegen wir beim „Canterbury Museum“ aus. Da der Eintritt da frei ist und wir noch Zeit hatten, schauten wir kurz rein. Es zeigt die Geschichte Canterburys (der Region) mit interessanten Details über die Maoris, der Ankunft der Europäer etc. Absolut empfehlenswert da vorbei zu schauen.

Der „Queen Victoria Square“, ein kleiner Park weiter unten, wo auch eine Statue der Königin und natürlich auch von James Cook, dem „Entdecker“ steht. Wir fühlten und bisschen wie in England ☺. Vor allem wohl, weil da auch eine der bekannten englischen Telefonkabinen steht.

Weiter ging es zum “Hagley Park”, wo sich auch ein wunderschöner botanischer Garten befindet. Erinnerte uns bisschen an den Englischen Garten in München. Nur dass hier nicht Fußball gespielt wird, sondern Rugby. Überall sind Rugbyfelder und bei einem fand grad ein Spiel zweier Jugendmannschaften statt, mit eifrig schreienden und anfeuernden Eltern ☺.

Nun war es an der Zeit unser Gepäck zu holen und unser „Zuhause“ für die nächsten 3,5 Wochen abzuholen. Bei der Camper Station angekommen, teilten sie uns leider mit, dass unser Camper noch gar nicht zurück sei! Unsere Pläne für die Gondel und den ersten Tag waren also gleich dahin. Zum Glück ist das Kombi-Ticket lange gültig, und wir behielten das Ticket für eventuell später.
Immerhin konnten wir die Unterlagen erledigen und sie liehen uns anderes Auto, damit wir schon mal einkaufen gehen können. Schlussendlich war es soweit und wir kriegten unseren „Kiwi“ (wie wir ihn nannten) und fuhren gleich los Richtung „Banks Peninsula“, unserem ersten geplanten Stopp.

Akaroa

Da die Sonne schon unterging und es langsam dämmerte, kamen wir nicht ganz bis Akaroa und blieben für die erste Nacht in einem Campingplatz, damit wir mal unsere Sachen ordnen und unser Heim kennenlernen konnten. Die erste Nacht war gleich ziemlich frisch und schon hat sich der Kauf der Merino Socken gelohnt. Dank diesen und der guten Decke im Camper hielt sich das Frieren in Grenzen ☺.

In der Früh wurden wir gleich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt, den wir während eines kurzen Laufes genossen.

Nach dem Frühstück fuhren wir gleich nach Akaroa und schauten uns die schöne Stadt an. In Akaroa kamen damals die ersten französischen Siedler an und das Städtchen ist somit berühmt für sein französisches Flair. Tatsächlich sieht man immer wieder die Französische Flagge und hat wirklich teilweise das Gefühl in Frankreich zu sein. Sogar die Straßen sind oft mit „Rue“ angeschrieben.

Da es uns hier so gefiel, entschieden wir noch eine Nacht zu bleiben.
So liegen wir zum Sonnenuntergang wir auf einen kleinen Hügel hoch und genossen die wunderschöne Aussicht, wo wir sogar unseren Camper beim Leuchtturm stehen sahen.

So schliefen wir die erste Nacht „wild“, also nicht in einem Camping Platz. Dies war in Akaroa praktisch in der Stadt möglich.

Am nächsten Tag fuhren wir die „Tourist Route“ von der Peninsula wieder zurück Richtung Christchurch. Wunderschöne Ausblicke, die man hier auf die Landschaft kriegt. Wir konnten uns kaum sattsehen.

Dunedin

Via Ashburton, Timaru und weiteren kleinen Städte landeten wir schließlich in Oamaru, welches bekannt für die blauen Zwergpinguine ist. Die Stadt hat definitiv ihr eigenes Flair und die „Tyne Street“, bekannt als „Victorian Precinct“, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Man fühlt sich in der viktorianische Zeit zurückgeworfen. Gut erhaltene Geschäftsgebäude, wo man unter anderem Kleidung der Zeit kaufen kann, reihen sich nebeneinander.
Beim Hafen liefen wir dann zum Pinguin Spot, doch leider war es wohl schon zu kalt, wie bei der Info angedeutet und die Pinguine ließen sich nicht blicken. Es gäbe eine geführte Tour am Abend, wo man auch mit dem Schiff rausfährt, man sagte uns jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit aktuell eher gering ist, etwas zu sehen. Da wir sowieso weiterwollten, ließen wir es dabei bleiben.

 

Unterwegs nach Dunedin hielten wir bei Moeraki an, um uns die berühmten kugelförmigen Steine „Moeraki Boulders“ anzuschauen. Zu unserem Glück war grad Ebbe und wir konnten uns richtig austoben ☺.

Grad noch zum Sonnenuntergang sind wir in Dunedin angekommen, wo wir noch die letzten Surfer und die untergehende Sonne beobachten konnten. Nicht weniger schön war der Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Bislang waren wir noch täglich begeistert von diesen Minuten der ersten und letzten Sonne des Tages. Mal schauen wie lange dies anhält ☺ .

Die Stadt Dunedin ist bekannt für ihr „schottisches“ Aussehen und sogar der Name ist vom schottischen „Dùn Èideann“ (schottischer Name von Edinburgh) abgeleitet. Da wir beide noch nie in Schottland waren, können wir es nicht bestätigen, aber schön ist es auf jeden Fall ☺ . Dunedin selber ist eine Studentenstadt, was man unschwer erkennen kann.
Wir besuchten den Chinesischen Garten (Eintritt 9 NZD p.P. / ca. 5,30 EUR) und genossen die Ruhe in dieser kleinen Oase.

Anschließend gingen wir zum Bahnhof. Gemäß unserem LonelyPlanet Reiseführer ist dieser eines der meistfotografierten Gebäuden ganz Neuseelands. Der Bahnhof lässt sich wirklich sehen und ist wunderschön von innen, wie von außen.
Von da kann man auch Zugreisen buchen, diese sind jedoch eher touristischer Natur. Auf der Südinsel von Neuseeland ist der Zug eher kein öffentliches Verkehrsmittel, sondern  mehr für Touristen da, um als Erlebnistour die Insel zu erkunden.

Unser eigentliches Ziel an diesem Tag war es in Richtung Queenstown zu fahren. So ging es bald wieder weiter, wo wir am südlichsten Punkt unserer Reise durchkamen. Eine Städtchen namens Milton. Weiter runter wäre es zu dieser Zeit mit diesem Camper eher zu kalt gewesen. In Milton selber gibt es nicht viel, also fuhren wir durch bis kurz vor Queenstown, wo wir in Cromwell, ein schönes Plätzchen zum Schlafen gefunden haben. Wir waren da bei weitem nicht die einzigen, anscheinend ist es ziemlich beliebt. Es ist hier schon tiefer Herbst, fast Richtung Winter, und trotzdem sind noch so viele im Camper unterwegs. Haben uns schon oft gefragt, wie es wohl in der Hochsaison, im Sommer da aussieht.
Hier war es auch erstaunlich „warm“, und wir konnten die kurzen Hosen auspacken. Noch genossen wir es, denn es sollte sich schnell ändern.

Queenstown / Glenorchy

Als wir am nächsten Tag Richtung Queenstown fuhren, sind wir an der Bungy Jump Brücke, „Kawarau-Bridge“ vorbei gefahren, welche in der Gegend sehr bekannt ist. Es ist die Geburtsstätte des kommerziellen Bungy Springens welches seit 1988 von „A.J. Hackett“ hier betrieben wird. Da wir hier sehr unerwartet waren, informierten wir uns über alles und fuhren dann aber doch weiter bis nach Queenstown. Unterwegs fing es an zu regnen, so dass wir nicht mehr viel getan haben und nur noch einen Platz zum Schlafen suchten.

Schon in der Nacht hörten wir, dass der Regen nicht aufgehört hat und haben am Morgen innerlich unseren Plan, einen Teil des bekannten „Routeburn Track“ zu wandern, abgehackt. Trotzdem sind wir nach Glenorchy gefahren, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Es hörte jedoch nicht wirklich auf und so machten wir uns einen gemütlichen Tag hier.

Im Süden der Insel ist es so eine Sache mit dem Internet. Schnell bemerkten wir, dass ab Christchurch in den Cafés zwar immer angeschrieben war „Free WiFi“, dieses jedoch meistens sehr eingeschränkt auf Zeit oder MB war. Nicht anders war es hier in Glenorchy, so dass wir an zwei verschiedenen Orten am Vor-und Nachmittag einen Kaffee getrunken haben ☺.

Bisschen aus Langeweile entstand dann auch die fixe Idee uns für einen 10km auf der Nordinsel anzumelden. Gesagt getan. So machten wir uns anschließend einen kleinen Trainingsplan für die folgenden zwei Wochen und schnürten gleich die Laufschuhe, da es am Nachmittag ein bisschen aufhörte zu regnen. Bei schönster Aussicht absolvierten wir mal wieder ein „Training“ ☺.

Die Nacht verbrachten wir wieder am gleichen Platz, da auch in Glenorchy das freie Campen verboten ist. Am nächsten Tag meinte es das Wetter besser mit uns und wir konnten am späteren Vormittag tatsächlich zum „Routeburn Track“ starten. Wir entschieden uns einfach mal loszulaufen und nach einer gewissen Zeit umzudrehen.

Dieser Wanderweg ist nicht umsonst so bekannt. Beginnend im Wald, geht es schnell über kleine Flüsse, an einem großen Feld vorbei und so weiter. Wahnsinnig schöne Landschaft die wir hier zu sehen bekamen. Nach ca. 2,5 Stunden und mittlerweile fast komplett blauem Himmel sind wir an einem schönen Aussichtspunkt angekommen, wo wir Mittag gegessen haben und uns wieder auf den Rückweg gemacht haben.

Den ganzen Wanderweg kann man in etwa 4 bis 5 Tagen machen, je nachdem wie schnell man unterwegs ist. Auf dem Weg gibt es verschiedene Hütten wo man übernachten kann. Essen und Schlafsäcke sind selber mitzubringen, Betten in Gemeinschaftszimmern sind vorhanden. An der ersten Hütte sind wir ziemlich früh mal vorbeigekommen und haben sie uns angeschaut. Sehr schön gemacht und was wir gesehen haben, alles super sauber.
Auf dem Rückweg sind uns einige Trailläufer entgegengekommen. Anscheinend ist dies hier großes Trainingsgebiet. Auf jeden Fall gibt’s viele Höhenmeter und schöne Aussichten ☺ .

Nach der Wanderung ging es zurück nach Queenstown wo wir mit der Gondel (39 NZD p.P. / ca. 23,40 EUR) auf den Berg fuhren und da nochmal eine wunderschöne Aussicht genossen.

Der See in Queenstown ist der zweitsauberste See der Welt hat eine Sauberkeit von 99,9% (von was auch immer☺). Dies bedeutet, dass er sogar sauberer ist als gekauftes Mineralwasser. Man könnte also direkt aus ihm trinken. Gemacht haben wir dies nicht, aber es war schon erstaunlich, wie klar er von oben ist und wie gut man wirklich den Grund, sogar von oben, sehen konnte. Eigentlich wollten mit dem Rodelschlitten runterfahren, doch leider wurde genau ab dem Tag die Bahn saniert. Dann halt nicht.

Als wir vor ein paar Tagen bei der Bungee Jump Brücke, „Kawarau-Bridge“ vorbeigefahren sind, sahen wir, dass man da übernachten kann. Weil Sebastian sich entschieden hatte, da zu springen, blieben wir über Nacht direkt am Ort des Geschehens ☺ .

Am nächsten Vormittag ging es dann also gleich zum Bungy Sprung (205 NZD /ca. 122,70 EUR). Zuerst schauten wir uns nochmal ein paar Sprünge an und dann ging es los. Die Nervosität war zu spüren und auch ich unter den Zuschauer hab bisschen mitgelitten am Anfang. Wahrscheinlich ist wohl aus diesem Grund mein Foto verschwommen gewesen, aber zum Glück machten sie vor Ort auch Fotos, welche man im Anschluss kaufen konnte (90 NZD Foto & Video / ca. 53,90 EUR). Echt top Bilder als Erinnerung für dieses Erlebnis.

 

Wanaka

Am frühen Morgen lockte die Sonne für einen kurzen Lauf und wir liefen am See entlang. Einfach nur wunderschön. Zuerst verwundert über die vielen Chinesen / Japaner schon so früh, sahen wir, dass der Sonnenaufgang einfach spektakulär ist. Da wir die Kamera leider nicht dabei hatten, genossen wir ihn einfach so.
Nach der Dusche und einem leckeren Kaffee schauten wir uns die kleine Stadt an und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

In Wanaka wussten wir, dass es auch einiges zu tun gibt. So informierten wir uns über die Wanderungen, wie immer bei iSite. Die Stadt ist ganz schön und wesentlich ruhiger als Queenstown. Zum Mittagessen fuhren wir Richtung Wanderstart des „Roys Peak Track“, welchen wir am Tag drauf machen wollten, um zu schauen wir weit der von der Stadt ist. Kurz dahinter fanden wir einen wunderschönen Parkplatz, wo wir Mittag gegessen haben. Einfach nur eine Traumkulisse.

Wieder zurück in Wanaka ging es zum Mount Iron, wo wir uns den Sonnenuntergang anschauten. Die Landschaft in dieser Gegend ist einfach ein Traum, man kann nicht genug davon kriegen.

Am Abend haben wir in einem Camping nahe des „Roys Peak Track“ geschlafen, wo es sogar eine kleine Sauna und zwei warme Whirlpools gab. Da die Nächte doch sehr frisch waren, gingen wir kurz vor dem Schlafen gehen dahin und nahmen wir Wärme der Sauna mit. Mal wieder ohne zu frieren einzuschlafen war super ☺.

Bisschen später als geplant starteten wir am nächsten Tag die Wanderung zum „Roys Peak“. Nach wenigen hunderten Metern sahen wir schon den bildschönen Sonnenaufgang. Der Weg ist nicht ganz ohne, man wird jedoch die ganze Zeit durch einen wundervollen Ausblick belohnt.

Nach fast zwei Stunden dachten wir, wir sind oben angekommen, es war aber nur der erste „Peak“, wohl von den Bildern der bekanntere.

Etwa dreißig Minuten länger dauert dann noch der Weg bis ganz oben. Der Weg war anstrengend, aber auf jeden Fall jeden Meter wert. Hier haben wir unsere verdienten Sandwiches verdrückt und blieben oben um diese Landschaft nochmal zu bestaunen.

Wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. So ging es den gleichen Weg wieder runter zum Parkplatz. Hoch war anstrengend, aber runterlaufen tut oft einfach nur weh ☺. Erschöpft aber glücklich sind wir unten wieder angekommen.

Mount Cook / Aoraki

Da es noch nicht all zu spät war, fuhren wir nach einer kurzen Pause direkt nach Twizel, wo wir uns wieder über “Freedom Camping” Plätze informiert haben. Der Mann bei der Info hatte einen starken Akzent und wir haben ihn kaum verstanden, sind dann aber zu den Punkten gefahren, die er uns auf der Karte eingezeichnet hat. Irgendwie war der eine aber auf einer Mountainbike Straße, so dass wir spontan an einem Platz am Lake Pukaki angehalten haben wo kein Verbotsschild war. Ich denke dies war bislang die schönste Kulisse zum Schlafen die wir hatten und es wird schwierig diese zu übertreffen. Direkt gegenüber von uns waren die ganzen Bergen, inklusive dem Mount Cook, wo wir einen absolut spektakulären Sonnenuntergang zu sehen kriegten.

Fast ein bisschen zu kitschig, aber nicht minder schön war der Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Da wir uns auf der Nordinsel für einen Lauf angemeldet haben, gingen wir so oft es nur ging bisschen laufen oder machten Technikübungen. Bei der Kulisse fiel es mir zwar schwer mich auf das Laufen zu konzentrieren, doch es war einfach nur wunderschön.
Später fuhren wir in die „Stadt“ nach Lake Tekapo, wo wir uns über eine Mount Cook Wanderung informieren wollten. Auf dem Weg, quasi am “Ende” des “Lake Pukaki” gibt es auch eine Info, wo auch Lachs aus der Farm der Gegend direkt vom See verkauft wird. Es ist die höchst gelegene Lachs Farm der Welt, “Mount Cook Alpine Salmon”. Wir gönnten uns ein Sashimi als Vorspeise zum Mittagessen. Ob es an der Höhe liegt, oder einfach weil er super frisch war, aber so zarten und leckeren Lachs haben wir noch nie gegessen. Hier kriegten wir nebst dem Lachs auch die Infos zur Wanderung.
Doch noch in Lake Tekapo angekommen, schauten wir uns die „Church of Good Shepard“ an. Eine kleine Steinkirche, wo man beim Altar direkt auf den Mount Cook sieht. Dieses Tal ist eines der wenigen „Dark Sky Places“ der Welt, wo es wenig Lichtverschmutzung gibt und somit perfekt ist, in der Nacht den Sternenhimmel zu fotografieren. Es gibt viele tolle Bilder der Kirche und einem sternenklaren Himmel. Leider war bei uns grad Vollmond, dass man wohl nicht so vieles gesehen hätte.

Im Städtchen selber gibt es nicht wirklich viel zu tun / sehen. Somit fuhren wir dann gleich Richtung Mount Cook Village.

Ein Stück hinter dem Städtchen, gleich beim Start der Wanderungen, gibt es einen DOC Camping Platz. Dies ist leider kein “bemannter” aber auch kein „Freedom Camping” Platz, es gibt jedoch Toiletten und eine kleine Küche (1 Nacht 13 NZD p.P. / ca. 7,70 EUR). Dafür ist man direkt am Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen.

Wir entschieden uns für den „Hooker Valley Track“ und starteten dieses Mal in aller Herrgottsfrühe mit Stirnlampe.

Diese „Wanderung“ ist an sich ein schöner Spaziergang durch das Tal, bis man nach einiger Zeit den Mount Cook sieht. Gleich da gibt es eine Bank wo man sich ausruhen könnte und wir unser Frühstück, mal wieder mir bester Aussicht, genossen.

Der ganze Weg führt über drei Hängebrücken und ist ca. 5 km lang (ein Weg). Höhenmeter gibt es nicht viele zu bezwingen und an sich ein schöner Spaziergang, wo auch die Wege sehr gut gemacht sind.

Kurz vor Mittag machten wir uns wieder auf den Weg und mussten „leider“ wieder an der Information vorbei, wo der leckere Lacks verkauft wird. Wir „mussten“ also wieder Sashimi zum Mittagessen kaufen.

Christchurch zum zweiten

So fuhren wir wieder Richtung Christchurch, wo wir dann in Ashburton am Strand bei einer Hippie-Kommune übernachteten. Super nette und entspannte Leute.

Nach einer entspannten Nacht und vor allem wieder bei Temperaturen im zweistelligen Bereich fuhren wir bis Christchurch, wo wir noch die Tickets für die „Christchurch Gondola“ hatten. Damit die nicht verfielen, fuhren wir hoch.

Kaikoura

Weil es noch früh war, fuhren wir bis kurz vor unser nächstes Ziel, Kaikoura. Die Straße ab Christchurch bis Kaikoura ist noch ziemlich beschädigt vom Erdbeben im November 2016, so dass man wegen der Baustellen nur langsam vorankommt.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich eine „Whale Watching“ Tour buchen, doch leider waren diese für den Tag ausgebucht. So entschieden wir, dass wir einen Tag länger bleiben, reservierten eine Tour (150 NZD p.P. / ca. 88,40 EUR) für den nächsten Tag in der Früh und genossen einen sonnigen Tag in der Stadt bei viel Kaffee und nichts tun ☺.
Die Spuren des Erdbebens sind auch in der Stadt noch deutlich zu sehen, aber bei weitem nicht so wie in Christchurch, wo praktisch alles zerstört wurde.

Gemäß dem Motto „Fragen kostet nichts“, haben wir uns erkundigt, ob wir nicht gleich auf dem Parkplatz bei „Whale Watch Kaikoura“ übernachten durften. Sie meinte, es sei kein Problem, es sei ja ihr Privatparkplatz und da wir die Tour gebucht haben, können wir bleiben. So mussten wir uns mal nicht auf die Suche nach einem Schlafplatz machen.
Um 7 Uhr in der Früh mussten wir dann für die Tour „einchecken“. Als wir reserviert hatten, war noch nicht mal klar, ob sie stattfindet, da sie erst ab 15 Teilnehmern rausfahren. Doch anscheinend ist es sehr beliebt, denn das Boot war bis auf den letzten Platz voll. Weil es in der Nacht noch bisschen geregnet und gut gewindet hat, hatten wir doch relativ hohe Wellen, so dass es beim rausfahren schön geschaukelt hat.

Es dauerte gar nicht lange und der Kapitän verlangsamte das Tempo, da einer der Wale hochkam um Luft zu holen. Das ist die Zeit wo man sie sehen kann. „Tutu“, der Name des Pottwales wie man uns später sagte, ist seit den 1990er Jahren hier und oft an der gleichen Stelle. Wir hatten grad das Glück, dass er grad an der Oberfläche war. Die Wale kommen alle 45 bis 60 Minuten hoch um Luft zu holen, bevor es wieder in gut drei Kilometer Tiefe geht um zu fressen. Wenn sie oben sind, sieht man den Kopf und immer wieder eine Wasserfontäne vom atmen. Das fast spektakulärste ist dann jedoch das Abtauchen, wenn die Flosse hochkommt.

„Tutu“ war also wieder unten und wir fuhren weiter. Normalerweise sagen sie, dass man ein bis zwei Wale sieht. So waren wir schon mal zufrieden, einen gesehen zu haben. Das Positive an „Whale Watch Kaikoura“ ist, dass man 85% des Preises zurückerstattet erhält, wenn man keinen Wal sieht. Sie sagen auch, dass sie nichts versprechen und auf keinen Fall die Wale rufen oder „jagen“. Sie hören zwar mit einem „Hydrophon“ (sozusagen ein Unterwassermikrofon), ob sich ein Wal in der Nähe befindet.
Zu unserem großen Glück war nicht weit weg, ein weitere Wal, den sie leider grad nicht identifizieren konnten, an der Wasseroberfläche. Dieser blieb relativ weit lange oben und wir konnten ihm lange zuschauen. Nachdem dieser wieder abgetaucht war, fuhren wir zurück zur Stelle von „Tutu“, da es schon fast wieder an der Zeit war, dass er Luft holt. Und tatsächlich, da war er wieder. So hatten wir drei Wale, bzw. drei Mal einen Wal gesehen. Einfach nur Wow diese Tiere.
Weil noch Zeit “übrig” war, konnten wir noch in eine Bucht in der Nähe fahren, wo sich oft Delfine befinden. Und auch hier tatsächlich ging es nicht lange, bis unser Schiff umringt von Schwarzdelfinen war. Was für ein Glück hatten wir doch und waren froh, dass die gestrige Tour ausgebucht war. Wenn wir es richtig verstanden haben, haben die nämlich gar nichts gesehen.

Anschließend gönnten wir uns in einem empfohlenen Restaurant eine riesen Portion Fish & Chips! Wow, einfach ein Traum. Der Fisch super frisch und einfach lecker. Jetzt wussten wir, wieso dieses Restaurant zu jeder Zeit voll war, wenn wir vorbeigefahren sind.

Am Nachmittag ging es dann schon hoch Richtung Picton wo die Fähre auf die Nordinsel fährt. Die letzte Nacht auf der Südinsel verbrachten wir an einem einfachen Platz kurz vor der Stadt, so dass wir dann zeitig zum Hafen konnten. Dies war eine gute Entscheidung, denn man muss doch relativ früh da sein und es fahren doch nicht so viele Fähren, wie wir angenommen haben. Die Überfahrt (370 NZD für zwei Personen und ein Camper bis 7m / ca. 218,10 EUR) dauert gut 3,5 Stunden.

Wir haben die Zeit auf der Südinsel sehr genossen und sind spontan länger geblieben als geplant. Die Landschaft ist einfach unglaublich und konnten uns absolut nicht sattsehen.

Tipps und Empfehlungen Neuseeland mit dem Camper:

– Absolut der Beste Weg Neuseeland zu entdecken ist selber mit einem Wohnmobil zu fahren. Es gibt so wunderschöne kleine Flecken, wo man dann spontan anhalten oder auch schlafen kann.
– Wenn man mit dem Wohnmobil nicht immer in Campings schlafen will, unbedingt darauf achten, dass man einen Camper mit Toilette bucht / kauft (=”Self contained”). Ansonsten ist es nicht legal „wild“ zu schlafen.
– Bei iSite der jeweiligen Stadt informieren, wo es die “Freedom Camping” Plätze gibt. Meistens wissen diese gut Bescheid und geben zumindest mal eine Richtung. Trotzdem die Augen offen halten für das blaue Zeichen. Hatten das Gefühl, uns wurden nicht immer alle Plätze genannt und oft dann auch gesagt, wo die “Holiday Parks” sind.
– Mindestens vier Wochen für beide Inseln einplanen. Es gibt so vieles zu tun. Am besten drei Wochen nur für die Südinsel.
– Auf keinen Fall grüne Toiletten-Tabletten (Bio) aufschwatzen lassen, sondern die blauen nutzen. Die grünen haben leider ihre Wirkung verfehlt.

Tipps und Empfehlungen Neuseeland – Südinsel

– Den Süden sollte eher im Sommer besuchen. Ende April war es schon sehr frisch im Camper.
– Im Süden der Insel ist Internet keine einfache Sache. Bis etwa Höhe Christchurch gibt es in den Cafés jeweils nur auf Zeit oder MB beschränktes Internet. Eventuell lohnt sich wirklich ein Kauf einer Neuseeländischen SIM Karte, falls man sich online immer wieder über etwas informieren will.
– In Christchurch unbedingt mit der alten Tram fahren und die „Regent Street“ besuchen.
– Der „Routeburn Track“ ist absolut empfehlenswert, egal wie lange. Auf jeden Fall vorher informieren und gegebenenfalls die Hütten vorbuchen, vor allem im Sommer. Aber auch die Tageswanderung war wunderschön.
– Wer eine Adrenalin Spritze braucht, ist hier bestens aufgehoben. Es gibt Unmengen an Angeboten vor allem für das Bungy Jumping.
– In Wanaka die „Roys Peak“ Wanderung in der Früh machen, unterwegs den Sonnenaufgang beobachten und dann die Mittagssonne auf dem Gipfel genießen.
– In Lake Pukaki die Aussicht auf den Mount Cook anschauen. Am besten in „Mount Cook Village“ direkt schlafen (Hotel oder Campingplatz), von dort gehen viele Wanderungen / Ausflüge.
– Beim Lake Tekapo in der „Mount Cook Alpine Salmon” Farm oder bei der Info Lachs probieren.
– Wenn man in Kaikoura “Whale Watching” machen will, unbedingt frühzeitig reservieren, in der Hauptsaison am besten online.

Mampf-Mafia-Challenge

Von ganz lieben Freunden (☺) haben wir bei unserem Abschlussfest ein bereits teilweise vorausgefülltes Reisetagebuch erhalten. Darin enthalten ist für jedes geplant zu besuchendes Land eine Aufgabe, die wir hier jeweils kurz mit dokumentieren werden.

Die Aufgabe für Neuseeland lautete: „Besuche ein Rugby Spiel.“

Diese Aufgabe war nicht wirklich schwierig und da wir uns selber auch auf ein Rugby Spiel freuten, haben wir gleich am zweiten Abend in Christchurch Tickets für Spiel der „Super Rugby League” gekauft. Wir hatten Glück, dass das Spiel grad in Christchurch stattgefunden hat, denn diese Liga zieht sich auch durch alle Länder der Teilnehmer (Australien, Argentinien, etc…).

Sehr beeindruckend und super zu sehen. Leider gab es dieses Mal keinen Haka, worauf wir uns auch sehr gefreut haben.

Next Stop: Neuseeland – Nordinsel

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