Argentinien – Teil 2 (Buenos Aires)

April 2018

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Buenos Aires

Dieses Mal überquerten wir die Grenze nochmal anders als sonst, nämlich über Wasser. Von Montevideo fuhren wir zuerst mit einem Bus bis Colonia del Sacramento. Bevor man aufs Schiff durfte, musste man die „Grenze“ überschreiten. Im Hafen werden die ganzen Grenzformalitäten abgewickelt und erst dann darf man aufs Schiff. „Theoretisch“ ist man dann schon in Argentinien, die geographische Grenze wird jedoch erst mit dem Schiff „überfahren“. Ziemlich rasant fuhren wir dann Richtung Buenos Aires. Da wir unser Bargeld auf dem Schiff für Essen ausgegeben haben, mussten wir im Hafen ein Uber bestellen um in unser AirBnB zu kommen. Als wir vor dem Gebäude darauf warteten, machte uns ein Marinesoldat aufmerksam, wir sollen nicht in der Nähe der Taxis und mit dem Handy in der Hand auf den Fahrer warten, dies komme nicht so gut an. Uber ist in Buenos Aires nicht offiziell.
Nachdem wir unsere Sachen im AirBnB abgeladen haben, ging es gleich in die Stadt, in den Stadtteil „Palermo“. Wie der Zufall es wollte, gab es da grad einen Markt. Wunderschöne Sachen, denen wir leider nicht widerstehen konnten und kauften einiges ein. Bei jeder „Kleinigkeit“ kam uns zwar das Gewicht des Rucksacks in den Sinn, trotzdem konnten wir nicht aufhören. Zum Glück ist auf dem Flug nach Neuseeland viel Gepäck erlaubt. Da wir von Auckland sowieso ein Paket verschicken wollen, haben wir dann wohl bisschen übertrieben ☺ .

Ein ehemaliger Schulfreund von Sebastian lebt seit einigen Jahren in Buenos Aires. Die beiden haben sich seit 18 Jahren nicht gesehen, so war das Wiedersehen eine große Freude als wir ihn später trafen. Mit ihm und ein paar Freunden haben wir gemütlich Kaffee getrunken und sind in der Stadt rumgeschlendert, wo er uns ein paar Orte in der Nähe zeigte.

Aktuell fand in Buenos Aires grad ein großes Fest / Festival statt und so ließen wir gemeinsam den Abend bei einem Konzert ausklingen.

Eine Wichtige Sache hatten wir in Buenos Aires zu erledigen: Das Indonesische Visum für Sebastian beantragen. Gleich in der Früh machten wir uns so mit allen Unterlagen und großer Hoffnung Richtung Indonesischer Botschaft. Dort angekommen machten uns die Angestellten zuerst nicht viel Hoffnung, meinten wir sollen aber mal auf den Botschafter warten. Dieser ließ sich ganz gemütlich etwas später blicken. Viel Hoffnung machte er uns nicht, aber er meinte er schaue was er machen kann, damit ich nicht alleine nach Indonesien reisen muss ☺ .

Nach diesem kleinen Nervenkitzel machten wir uns auf den Weg zum Japanischen Garten (Eintritt 120 ARS p.P. / ca. 5 EUR), der uns empfohlen wurde. Eine grüne Oase mitten in Buenos Aires. Leider nicht ganz so ruhig, da ein Flughafen in der Nähe ist, aber trotzdem wunderschön.

Weiter durch die Stadt ging es zum Friedhof „Recoleta“ (Gratis Eintritt). Ein ziemlich besonderer Friedhof mit beeindruckenden Gräbern. Dies sind nicht nur Gräber mit Grabsteinen wie wir es kennen, es sind regelrechte kleine Grabstätten und zum Teil kleine Kirchen, bzw. Kapellen. Viele sind sehr schön erhalten, es gibt jedoch viele, die schon halb zerfallen sind und wohl nicht mehr besucht werden. Sehr schön und beeindruckend, trotzdem komisch vom Gefühl her. Hier findet man auch das Grad der ehemaligen Präsidentengattin „Evita“, welche sich damals sehr für die Armen eingesetzt hat.

Am nächsten Tag hatten wir noch einiges auf dem Plan um die restliche Stadt anzuschauen. Als erstes liefen wir zum Obelisk am „Plaza de la Republica“. Dieser 67 Meter hohe Obelisk befindet sich quasi mitten im Zentrum und man kann ihn schon von weitem sehen. Schon beeindruckend davor zu stehen. Anscheinend ist dies die meistbesuchte Touristenattraktionen der Stadt. Doch wirklich viel war zum Glück nicht los.

Weiter ging es am „Teatro Colon“ vorbei, welches anscheinend einen wunderschönen Saal hat. Leider kann man nicht einfach so rein, sondern muss eine Theatervorstellung besuchen, die jedoch immer sehr gut ausgebucht sind.

So liefen wir weiter bis zum Kulturzentrum „Centro Cultural Kirchner / CCK“. Dies ist, wie der Name schon sagt, ein großes Kulturzentrum (das größte in Lateinamerika) mit endlosen Hallen, wo aber auch Konzerte stattfinden. Da es aufgrund einer Baustelle geschlossen aussah, gingen wir nicht rein. Es ist jedoch ein schönes Gebäude zum Anschauen.

Unweit davon befindet sich der „Plaza de Mayo“ mit dem rosaroten Haus „Casa Rosada“, dem Präsidentenpalast. Leider wird auch hier der Platz umgebaut und durch die Baukräne konnte man nur einen Teil sehen. Bisschen schade, denn es ist mit seiner rosaroten Farbe schon eher speziell und anders, als die vielen Rathäuser und Hauptplätze die wir in Südamerika bislang gesehen haben.
Als wir weiterliefen fielen uns die vielen Polizisten auf. Nach den kleinen Unruhen in Rio de Janeiro schauten wir vorsichtig, was da los war. Wie man dann unschwer an den unzähligen Plakaten erkennen konnte, streikten die Banken. Später erfuhren wir, dass im ganzen Land die Banken zwei Tage lang geschlossen waren. Noch war es relativ ruhig, bzw. friedlich und wir liefen die Straßen hoch. Auf einer Hauptstraße sahen wir dann die Leute „feiern“. Dieser Streik kam uns eher vor wie eine große Party, bzw. feiernde Fußballfans ☺ .
Lange hatten wir nicht Zeit, denn wir mussten zum Termin bei der Indonesischen Botschaft sein, um hoffentlich Sebastians Visum abzuholen. Der Botschafter hatte wohl einen guten Tag und fand uns scheinbar ganz nett und witzig, so dass es tatsächlich geklappt hat und wir das Visum in den Händen hielten. So können wir also unsere Reise doch da am Strand beim Surfen beenden.

Noch zu wenig Action für diesen Tag, ging es weiter zu letzten Tagespunkt. Wir wollten uns so oder so irgendwo während der Weltreise ein Tattoo stechen lassen. Da wir anschließend für vier Wochen im herbstlichen Neuseeland sind, bevor es wieder in die Sonne nach Fiji geht, beschlossen wir, dass Buenos Aires der perfekte Ort dafür ist. Die Motive waren schon längst geplant und entschieden, das Studio auch schnell gegoogelt und besichtigt. So ging der Tag glücklich (Visum) und geplant schmerzvoll (Tattoo) zu Ende.

Bevor wir den Kontinent Südamerika verließen, besuchten wir an unserem letzten Tag noch eine sportliche Sehenswürdigkeit, das Fußballstation „La Bombonera“ (Eintritt 230 ARS p.P. / ca. 9,44 EUR) im Stadtteil „La Boca“. Auch wenn wir beide nicht besondere Fußballfans sind, war es schon sehr beeindruckend zu sehen, wo auch Diego Maradona lange spielte und berühmt wurde. Das Museum und der Film sind sehr gut gemacht.
Der Club spielt in den Farben blau und gelb. Wie wir später nachgelesen haben, wurden die Farben so gewählt, weil bei der Gründung ein schwedisches Schiff vorbeifuhr. Wie wahr dies ist, wissen wir nicht, fanden wir jedoch ganz witzig ☺.

Weil dieser Stadtteil leider eher arm und nicht ganz ungefährlich ist, sollte man am Besten mit einem Taxi / Uber dahin fahren und so auch wieder zurückkehren. Tagsüber ist es jedoch Stadtteil selber kein Problem, da sich unter anderem wegen des Stadions viele Touristen da aufhalten. Trotzdem war die Anzahl der Polizisten höher als wir es sonst in der Stadt gesehen haben (ausser beim Bankstreik).
Nach der Stadionbesichtigung liefen wir noch durch den Stadtteil, der wegen des Tangos berühmt wurde, weil der Tanz da anscheinend seine Wurzeln hat (oder Montevideo, da ist man sich bis heute nicht einig ☺). Hier gibt es sehr viele farbige Häuser, Tango Bars, Statuen von Maradona und unzählige Souvenirs. Die Farben kommen daher, dass sich die Leute früher nicht viel leisten konnten und die Frachtschiffe nach Restfarben anfragten. Aus diesem Grund hat fast kein Haus nur eine Farbe.

Nach knapp drei Monaten und vielen wunderschönen Erlebnissen ist unsere Zeit in Südamerika somit bereits durch. Wir haben die Zeit hier genossen und definitiv schon wieder einige Urlaubspläne geschmiedet, da es noch so vieles zu sehen gibt. Gleichzeitig freuen wir uns auf einen neuen Kontinent und die Landschaften Neuseelands.

Tipps und Empfehlungen Argentinien – Buenos Aires:

– Achtung mit Uber in Buenos Aires. Es funktioniert soweit ganz gut, man sollte aber nicht unbedingt mit dem Handy in der Hand in der Nähe von Taxis auf das Uber warten. Denn den Taxifahrern ist Uber ein Dorn im Auge und das zeigen sie anscheinend auch des Öfteren mal. Am besten es setzt sich dann auf jemand auf den Beifahrersitz.
– Der Friedhof „Recoleta“ ist auf jeden Fall ein Besuch wert, sehr beeindruckend.
– Einfach durch die Stadt schlendern und die Sehenswürdigkeiten zu Fuß machen, so kommt man an vielen wunderschönen Ecken vorbei. Achtung mit den Wertsachen im Zentrum, Handy eher bedeckt halten oder am besten gar nicht in der Hand haben.
– Natürlich darf auch das obligate Rindersteak nicht fehlen. Wir wollten in ein anderes Restaurant als wir waren, da betrug die Wartezeit jedoch über eine Stunde. Sind dann spontan in ein anderes und auch da war es super. Es kommt also fast überhaupt nicht drauf an, wo man hingeht ☺.
– Nicht fehlen darf natürlich ein Besuch des Fußballtempels „La Bombonera“ im Stadtteil „La Boca“.
– Wenn man gleich da ist, anschließend gleich einen Spaziergang durch das Viertel machen und sich von Tangoklängen berieseln lassen.

Mampf-Mafia-Challenge

Von ganz lieben Freunden (☺) haben wir bei unserem Abschlussfest ein bereits teilweise vorausgefülltes Reisetagebuch erhalten. Darin enthalten ist für jedes geplant zu besuchendes Land eine Aufgabe, die wir hier jeweils kurz mit dokumentieren werden.

Die Aufgabe für Argentinien lautete: „Verspeise Minimum 500gr argentinisches Rindersteak pro Person.“

Keine schwere Aufgabe und schnell erledigt. Gleich am zweiten Tag fanden wir relativ spontan ein gutes Restaurant wo wir gleich ein gutes Steak mit Wein bestellten. Absolut zart und super lecker, haben jeden Bissen und Schluck genossen.
Auch am letzten Tag bestellten wir in Boca nochmal eine Fleischplatte. Die war definitiv größer als erwartet und wir ließen uns einen Teil noch für das Abendessen einpacken.

    

Next Stop: Neuseeland – Südinsel

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