Kuba

November 2016

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Kuba allgemein

Die Zeit in Kuba hat uns sehr gefallen und wir haben einiges mitgenommen. Man wird sich wieder bewusst, wie gut es uns geht, wenn man auf der Straße um Seife angebettelt wird. Grundsätzlich sind die Leute jedoch trotzdem sehr glücklich und zufrieden. Sie freuen sich auch allen ihr Land zu zeigen, sind sehr hilfsbereit, nett und natürlich um jedes Trinkgeld froh:) Wir haben jedoch gelernt, nicht zu viel Trinkgeld zu geben, da dies das Leben ein „bisschen kaputt“ macht. Die Leute helfen somit lieber den Touristen, bzw. geben sich mit ihnen ab, statt mit seinesgleichen, da sie da das große Geld wittern. Was man ihnen natürlich nicht verübeln kann.

Generell muss man in Kuba sehr viel Geduld mitbringen. Oft dauert alles bisschen (viel) länger, vor allem das Essen:) Es ist empfehlenswert schon mit kleinem Hunger ein Restaurant zu suchen. Dafür sind dann, vor allem in den Casa Particulares / AirBnB, die Portionen riesig.

Anscheinend ist Pizza die (neue) kubanische Spezialität. In jeder noch so kleinen Stadt haben wir mindestens ein italienisches Restaurant gefunden.

Nebst den vielen Pizzerien gibt es an den meisten, oft wichtigen Orten eine Skulptur oder Büste von Jose Marti (kubanischer Nationalheld und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes).

Wenn man Kuba mit dem Auto erkunden will, sollte man es rechtzeitig vorab über eine Agentur oder ein Reisebüro buchen. Erfahrungen haben uns gezeigt, dass man es nicht über eine Homepage alleine buchen soll. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Voucher ungültig ist und man das Geld nie mehr wiedersieht.

Auf der (meist nicht so guten Autobahn) gibt es so gut wie keine Regeln. Es wird rechts und links überholt, auch blinken muss man nicht. Kommt wohl daher, dass nicht alle Autos einen Blinker haben:) Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man Pferdekutschen (sehr beliebtes Verkehrsmittel) und Fahrräder auf der Autobahn antrifft. Vorsicht somit auch vor Pferdekot.

Die Straßen haben (außer zwischen Havanna und Varadero wegen den Touristen) sehr viele Schlaglöcher und sind nicht wirklich gut erhalten. Vor allem über Bahnschienen, welche man oft nicht gut sieht, weil sie so tief liegen, sollte man vorsichtig drüberfahren.

Tankstellen finden sich meist nur in größeren Orten. Sieht man eine, sollte man von ihr Gebrauch machen.

Bei der Autobuchung haben wir eine Straßenkarte von Kuba erhalten. Diese war ganz gut, wir empfehlen jedoch lieber die App „Offline Maps“ und dann die Karte von Kuba runterzuladen. Dies hat super funktioniert und konnten auch sehen, wie lange wir für einen Weg brauchen werden. Wegen der vielen Schlaglöcher ist es empfehlenswert nur bei Tageslicht zu fahren (die Sonne geht um 18h unter).

Die meisten Ausflüge hatten wir vorab schon gebucht, man kann diese jedoch gut auf bei einer Info im Ort oder in der Unterkunft buchen. Uns wurde davon abgeraten, Ausflüge bei Leuten auf der Straße zu buchen, da diese den Touristen überteuert verkauft werden oder dann gar nicht erst stattfinden.

Geldautomaten gibt es in den meisten größeren Orten / Städten. Aber Achtung, gerade in der Hauptsaison ab November kann es gut sein, dass es kein Geld mehr gibt, deshalb ist es von Vorteil, wenn man immer bisschen Reserve dabeihat.

Eine ganz wichtige Sache in Kuba dabei zu haben ist das Toilettenpapier. Es gibt kaum Toiletten mit. Nach ein paar Tagen haben wir das begriffen und hatten stets ein kleines Desinfektionsfläschchen dabei und Toilettenpapier oder Taschentücher dabei.

Havanna

 

Nach einem angenehmen Flug mit KLM via Amsterdam sind wir einige Stunden später im heißen Havanna gelandet. Der Flughafen ist so wie man es sich vorstellt, nichts wirklich Besonderes und ein riesen Gewusel von Leuten. Geldautomaten gibt es lediglich einen, der natürlich nicht funktioniert hat. Somit haben wir uns in die riesige Schlange gestellt, damit wir bisschen Bargeld wechseln konnten.

Von unserem AirBnB wurde uns ein Taxi versprochen, welches dann leider nicht da war. Also nahmen wir uns ein eigenes und sind zur Unterkunft gefahren.

Das AirBnB „Casa blanca“ liegt direkt am Malecon, zwischen dem neuen und alten Havanna. Somit konnten wir alles zu Fuß erkunden.

In Havanna „vieja“ wo man sich in die 70ger Jahre zurückgesetzt fühlt, gibt es (gemäß unserer Reiseführerin) vier wichtige Plätze zu besichtigen: „Plaza de Catedral“, „Plaza Vieja“, „Plaza de San Francisco“ und „Plaza de Armas“. Die Tour war nett, man kann die Altstadt jedoch auch sehr gut allein oder mit dem Bus (preislich ganz gut und fahren alle wichtigen Orte ab) besichtigen. Es gibt auch Touren mit den Oldtimern, die man überall herumfahren sieht, diese sind jedoch sehr teuer.

Allgemein ganz wichtig, dass man sein Geld überprüft, wenn man das Rückgeld erhält. In Kuba gibt es zwei Währungen, eine für Einheimische (CUP) und eine für Touristische (CUC – Convertible), die etwa nur 1/25 Wert ist. Die Münzen sind sehr ähnlich und es kann gut, v.a. zu Beginn, zu Verwechslungen kommen.

Viñales

Nach unserem Kuba Auftakt in Havanna ging es mit dem Auto Richtung Tabakfarmen nach Vinales. Unterwegs wurden wir von „vermeintlichen“ Polizisten angehalten, welche uns gebeten haben einen Tabakfarm Mitarbeiter mitzunehmen, da ihr Auto einen „Unfall“ hatte, wir konnten kaum was sagen, saß er schon in unserem Auto. Naja, nach unserer Naivität ist uns schnell bewusstgeworden, dass man einfach gar nicht anhalten sollte. War zum Glück nicht gefährlich, er wollte uns einfach einen Ausflug verkaufen. Er hat jedoch schnell rausgefunden, dass er Sebastian als Kolumbianer schlecht um den Finger wickeln kann:)

Gut und noch sicher (mit kleinem Umweg) sind wir in Vinales angekommen und waren froh, hatten wir schon eine Unterkunft vorgebucht. Vinales nett, klein und beschaulich, aber sehr beliebt bei den Touristen.

Unser AirBnB (Villa Cary) war sehr sauber, die Gastgeberin nett, aber auch sie wollte uns alles noch verkaufen: Ausflüge, Massagen bei ihrem Sohn, Zigarren (ihre sind natürlich die Besten:)), Rum und vieles mehr.

Einen Ausflug zu den Tabakfarmen mit dem Rad hatten wir bereits in Deutschland vorgebucht. Waren die einzigen und wurden anscheinend zuerst vergessen. Haben über eine Stunde (-> Geduld:)) auf unseren Reiseführer gewartet. Die Tour war sehr informativ und es war schön, sich mal wieder zu bewegen. Im Nachhinein hätten wir aber lieber die Tour mit den Pferden gemacht. Grundsätzlich lohnt sich aber eine Tour zu einer Tabakfarm.

In Vinales gibt es einen „Hauptplatz“ wo sich alles befindet. Ein Geldautomat (aber auch da nicht immer sicher, dass es Bargeld gibt), eine Tankstelle (unbedingt nutzen), eine Kirche und gleich dahinter eine „Freiluftdisco“, wo auch die Einheimischen hingehen. Diese bezahlen auch keinen Eintritt im Gegensatz zu den Touristen. Hier haben wir einen der leckersten Mojitos getrunken!

Achtung, in (fast) ganz Kuba, bzw. wurden in Vinales darauf aufmerksam gemacht, dass die bei uns bekannte Frucht „Papaya“ nicht die Frucht bedeutet. Bestellt man eine Papaya, kommt eher eine junge Frau wie die Frucht. Will man was zum Essen, sollte man „Frutta bomba“ bestellen.

Las Terrazas

Auf dem Weg Richtung Playa Larga, wobei man wieder an Havanna vorbeikommt, haben wir im „Ökodorf – Las Terrazas“ angehalten. Für die Total 10 CUC Eintritt (je nach Saison) kommt man zur „Casa Buenavista“, einem wunderschönen Aussichtsplatz und schließlich zum Dorf runter. Da kann man in einem Fluss mit kleinen Wasserfällen „Los Banos“ baden und kriegt ein Mittagessen (der Eintritt ist der Gutschein) im Wert vom 8 CUC.

Playa Larga / Schweinebucht

Nach dem kleinen Zwischenhalt sind wir abends und nach langem Suchen unserer Unterkunft „Casa Alex“ in „Playa Larga“ angekommen. Im ganzen Dörfchen gibt es nebst vielen AirBnB nur ein Hotel, welches bisschen außerhalb liegt, aber einen sehr schönen Strand hat.

Was wir am Abend schon befürchtet haben, ist dann am nächsten Tag leider eingetreten: Dauerregen. Jetzt wo wir endlich am Strand wären und es so viele schöne Dinge zu sehen gäbe. Leider hatten wir nur 2 Nächte gebucht und haben so den Tag in des Casa und auf der Veranda in den Schaukelstühlen lesend verbracht. Auch wenn es geregnet hat, war es immer noch genug warm.

Abends haben wir in einem Restaurant außerhalb super leckeren Hummer und Krokodil für 7 CUC gegessen! Hier lohnt es sich auf jeden Fall.

Am nächsten Tag gab es wieder strahlenden Sonnenschein und so konnten wir den Karibikstrand in Punta Perdiz noch bisschen genießen, wo wir schnorchelnd die Unterwasserwelt unsicher gemacht haben.

Auf dem Weg weiter haben wir noch kurz in Playa Giron Halt gemacht. Ein sehr wichtiger Ort für die Kubaner, wo sie US-Amerikaner 1961 überlistet und besiegt haben.

San Miguel

Auf dem Weg zu unserer letzten Station fuhren wir in „San Miguel de los Banos“ vorbei. Der Weg hätte uns fast das Auto gekostet, da wir wohl einen nicht ganz offiziellen Weg gefahren sind.

Der Ort ist sehr heruntergekommen und man kann fast nicht glauben, dass es mal ein Kurort war. Das Hotel (gebaut nach dem Vorbild des Casinos in Monte Carlo) ist sehr beeindruckend. Mittlerweise jedoch so verfallen, dass man nicht mehr hineindarf.

Cienfuegos & Trinidad

Auf dem Weg nach Santa Clara haben wir in Cienfuegos und Trinidad angehalten. Ersteres ist klein und beschaulich, im Zentrum rund um den Stadtpark gibt es was zu sehen, aber grundsätzlich reichen hier ein paar Stunden vollkommen aus. Leider hat es wieder angefangen zu regnen, weshalb wir uns auf den Weg weiter nach Trinidad gemacht haben.

Schnell haben wir bereut, dass wir in Trinidad keine Übernachtung geplant haben. Dieses Städtchen ist so wunderschön und genau das, was man sich von Kuba verspricht. Scheinbar soll auch der Strand sehr toll sein, wofür uns leider die Zeit nicht gereicht hat.

Ein absolutes Muss ist der Turm im Zentrum, wo man eine grandiose Aussicht auf die Stadt und weiter hat.

Aber auch Trinidad hat sehr arme Ecken, wo man sich wieder vielem bewusst wird. Wir haben grad mitgekriegt, wie ein LKW mit frischem Wasser angekommen ist und die Menschen sich mit Kanistern angestellt haben. Auch hier wurden wir wegen Seife und Shampoo angesprochen, welches wir zum Glück grad im Rucksack dabeihatten.

Santa Clara

Abends bei Dunkelheit dann endlich in Santa Clara, der Stadt von Che Guevara, angekommen. Unsere Unterkunft mitten in der Stadt war auch wieder sauber und verhältnismäßig sehr modern.

Sollte man in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Santa Clara sein, sollte man sich im „Club Mejunje“ die legendäre und sehr dafür bekannte Transvestiten Show nicht entgehen lassen. Wir hatten leider mal wieder „Wetterglück“ und wegen Regen wurde die Show auf später verschoben. Da der Tag schon so lange war, sind wir ohne Show wieder gegangen.

Am nächsten Tag machten wir uns nach einer kurzen Laufrunde auf zum Monument und Mausoleum von Che Guevara. Der ganze Platz ist sehr schön gestaltet und eindrucksvoll.

Bevor man ins Mausoleum geht, muss man die Taschen und v.a. Kameras und Handy abgeben, da Fotos strikt verboten sind.

Wieder zurück ging es zum anderen Ende der Stadt, wo wir am „Tren Blindado“ dem nationalen Denkmal der kubanischen Revolution.

Nach einem kurzen Abstecher da, sind wir weitergelaufen und hätten fast das „Café Revolution“ verpasst. Dies ist absolut sehenswert. Der Besitzer hat jahrelang Dokumente / Fotos von Che gesammelt und stellt dies nun als kleines „Museum“ da aus. Es ist eigentlich ein kleines Café, aber man ist nicht verpflichtet etwas zu konsumieren. Leider haben leider den Besitzer grad kurz verpasst, aber sein Angestellter hat uns auch interessante Geschichten erzählt. Es gibt auch einige Fotos, die einzigartig sind und sonst nirgendwo auftauchen. Der nächste Vorteil ist, dass es da eine sauberere Toilette und das einzige mit Klopapier gibt.

Von da aus ging es weiter zu einer nächsten Che Statue. Sie befindet sich vor einem „Regierungsgebäude“ und ist nicht gerade auffällig. Symbolisch hält er da ein Kind auf dem Arm und die ganze Statue ist mit winzigen Kleinigkeiten und Details versehen.

Am nächsten Tag sollte es schon wieder weitergehen. Nach dem Auschecken aus dem AirBnB stand ein alter Herr bei unserem Auto und meinte er hätte (ohne dass wir es gewollt hätten) auf unser Auto aufgepasst uns es geputzt und natürlich verlangte er Geld dafür. Wir gaben ihm unser Kleingeld, aber anscheinend reichte dies nicht und er beschimpfte uns.

Varadero

Endlich Richtung, der leider schon letzten Station unseres Urlaubes, haben wir kurz vor der Stadt in Cardenas zum Essen angehalten bei „Don Ramon“. Einfach nur sensationell lecker und sehr preiswert. Hätten wir gewusst, dass Varadero so teuer ist, wären wir wohl nochmal da vorbeigefahren.

Varadero hat sehr schöne Strände, v.a. im vorderen Teil, wo nicht so viele Hotelkomplexe sind.

Es ist jedoch so oder so sehr touristisch und hat nicht mehr viel mit Kuba zu tun, v.a. preislich:) Dies merkt man vor allem beim Essen. Es ist ganz ok, jedoch bei weitem nicht so gut wie sonst im Lande und sehr auf den Tourismus aus. Für eine Vorspeise haben wir zum Teil so viel bezahlt, wie anderswo für beide das gesamte Essen.

Am ersten Abend sind wir dann ganz zufälligerweise an der „Beatles Bar“ vorbeigelaufen. Eigentlich wollten wir da nur noch einen Absacker trinken und dann ins Bett. Um ca. halb 10 jedoch trat eine Einheimische Rockband auf, die berühmte Songs vom allerfeinsten wiedergab. Der Wahnsinn – der Sänger super, eine Wahnsinnsstimme und auch das ganze hat jeden vom Stuhl geholt. Waren dann bedeutend länger da und haben uns auch noch ein paar weitere, leckere Drinks gegönnt.

Nach einem entspannten Strandtag am nächsten Tag, haben wir am Abend einen Tipp befolgt und sind zum „Maison Xanadu“ beim Golfhotel um uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Die Getränke sind leider sehr teuer und nicht speziell gut, aber man hat einen super Überblick auf den Sonnenuntergang (wenn es nicht bewölkt ist:))

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